Insekt des Monats

Im Rahmen unseres Projektes „Naturnahe Balkone in Köln“ wollen wir jeden Monat ein Insekt vorstellen, das in Köln in dieser Zeit zu sehen ist. Für den Monat Juli haben wir uns einen Schmetterling ausgesucht, denn Schmetterlinge sind nicht nur ganz besondere Lebewesen, sondern schmücken auch ganz besonders unsere heimische Natur, unsere Vorgärten und auch unsere Balkone. 


Insekt des Monats Mai

Die Gemeine Blutzikade

 

Insekt des Monats Mai 2020

 

Wissenschaftlicher Name: Cercopis vulnerata

 

Klasse: Insekten (Insecta)

 

Ordnung: Schnabelkerfe (Hemiptera)

 

Familie: Blutzikaden (Cercopidae)

 

Körperlänge: 8-10 mm

Der Name der Gemeinen Blutzikade stammt von ihrer roten Färbung, nicht etwa von ihrer Ernährungsweise, wie man fürchten könnte. Die harmlosen Tierchen kommen auf fast allen Wiesen und in Waldrändern vor und ernähren sich ausschließlich von Pflanzensäften. Ausgewachsene Tiere nutzen dazu ihren Saugrüssel, der in die Pflanze gestochen wird. Die Larven der Blutzikade leben unterirdisch und saugen an Pflanzenwurzeln. Das Wasser, das sie dabei aufnehmen, scheiden sie zusammen mit einem Protein und der Zufuhr von Luft wieder aus, so dass ein Schaum entsteht. Dieser Schaum, der auch „Kuckucksspucke“ genannt wird, dient dem Schutz vor Feinden und vor Austrocknung.

Unter den Vorderflügeln, welche die charakteristischen drei roten Binden aufweisen, verstecken sich bei den erwachsenen Tieren die Hinterflügel, welche erst im Flug sichtbar sind. Trotz ihrer kleinen Statur können Blutzikaden einige Meter weit springen.

Wie viele Zikaden „singt“ auch die gemeine Blutzikade indem die Männchen kräftig mit den Flügeln gegen den Tymbal, ein besonderes Organ an den Hinterbeinen, schlagen. Für Menschen ist dieser Gesang der Blutzikade allerdings nicht hörbar.

 Foto: Helge May


Insekt des Monats April

Die Steinhummel

Insekt des Monats April 2020

 

Wissenschaftlicher Name: Bombus lapidarius

 

Klasse: Insekten (Insecta)

 

Ordnung: Hautflügler (Hymenoptera)

 

Familie: Apidae

 

Körperlänge: 12-16 mm (Arbeiterin), 14-16 mm (Drohne), 20-22 mm (Königin)

 

Die Steinhummel erhielt ihren Namen durch die ihren bevorzugten Neststandort unter Steinhaufen oder Mauern. Aber auch in Stroh und verlassenen Vogelnestern nisten sie manchmal. Sie bilden verhältnismäßig kleine Staaten, die aus einer Königin, bis zu 300 Arbeiterinnen und Drohnen bestehen. Sie ernähren sich rein vegetarisch von Pflanzensäften, besonders von Pollen und Nektar verschiedener Blüten. Dabei bevorzugen sie Kleearten und Taubnesseln, sind aber auch an anderen blütentragenden Pflanzen zu finden.

Steinhummeln sind ihrem Niststandort oft treu und bleiben, wenn sie können, oft mehrere Jahre an einem Ort. Zudem sind Steinhummeln stechfaul. Selbst bei größeren Völkern lassen sie sich ins Nestgucken ohne Stechangriffe zu starten.

Foto: Steinhummel: Helge May


Insekt des Monats März 2020

Bild: Helge May
Bild: Helge May

 

Die Winterschwebfliege

 

Insekt des Monats März 2020

 

Wissenschaftlicher Name: Episyrphus balteatus

 

Klasse: Insekten (Insecta)

 

Ordnung: Zweiflügler (Diptera)

 

Familie: Schwebfliegen (Syrphidae)

Körperlänge: 7 bis 12 mm

 

Die Winterschwebfliege oder auch Hainschwebfliege oder Wanderschwebfliege sieht mit ihrem schwarz-gelben Körper Wespen zum Verwechseln ähnlich, besitzt aber keinen Stachel und ist für Menschen ungefährlich. Tatsächlich ist sie in der Landwirtschaft als Nützling bekannt, da sie als Larve räuberisch von Blattläusen lebt. Die erwachsenen Tiere ernähren sich dagegen von Pollen und Nektar.

Die Hauptflugzeit der Winterschwebfliege ist von März bis Oktober/November. Die begatteten Weibchen überwintern bei uns und sind im Winter an milderen Tagen, oft auch an Hainen, zu beobachten. Der Beiname der Wanderschwebfliege ergibt sich dadurch, dass die meisten Tiere im Herbst in den Süden wandern. Dabei überqueren sie Pässe der Mittelgebirge, Alpen und der Pyrenäen. Den Winter verbringen sie in der Mittelmeer Region, bis sie im Frühjahr den Weg zurück nach Mitteleuropa antreten. Bei ihrer Wanderung vermeiden sie ungünstige Winde durch Unterfliegen. Dann hat man die Chance sie, beispielsweise von der schwäbischen Alp, zu beobachten. Bei günstigen Windverhältnissen können sie aber auch in Höhen von bis zu 1400 m fliegen.


Insekt des Monats Februar 2020

Bild: L.Rothmann
Bild: L.Rothmann

 

Die Gemeine Winterlibelle

 

Insekt des Monats Februar 2020

 

Wissenschaftlicher Name: Sympecma fusca

 

Klasse: Insekten (Insecta)

 

Ordnung: Libellen (Odonata)

 

Unterordnung: Kleinlibellen (Zygoptera) 

 

Flügelspannweite: 45 bis 50 mm

 

Die Gemeine Winterlibelle ist die einzige heimische Libelle, die als ausgewachsenes Tier Überwintert. Dazu setzt sie sich in Bodennähe an Pflanzen oder in Ritzen die möglichst geschützt sind. Je nach Witterung können sie dort einschneien oder von Reif überzogen werden. An wärmeren Tagen erwachen sie aus ihrer starre und wechseln von Zeit zu Zeit ihren Standort. Die Hauptflugzeit liegt dagegen im April bis Mai und Juli/August bis September. Dabei stellt die erste Flugzeit auch die Fortpflanzugszeit der Überwinterten Tiere und die zweite Flugzeit die Schlupf- und Flugzeit der neuen Generation dar.

Die Eier werden in stehenden, sonnigen Gewässern von bis zu einem Meter Tiefe abgelegt. In diesen Leben die Larven bis zu ihrer letzten Häutung, nach der sie fliegen können und sich dann in lichtes Unterholz oder Adlerfarn bewachsene Gebiete zurückziehen.


Insekt des Monats Januar 2020

Bild: L.Rothmann
Bild: L.Rothmann

 

Die Wintermücken

 

Insekt des Monats Januar 2020

 

Wissenschaftlicher Name: Trichoceridae

 

Klasse: Insekten (Insecta)

 

Ordnung: Zweiflügler (Diptera)

 

Körperlänge: 3 bis 8 mm

 

 

 

 

Die Wintermücken bilden eine Familie der Zweiflügler und gehören zu den Mücken. In Deutschland gibt es 15 Arten von ihnen. Angst vor den Wintermücken muss man allerdings keine haben, da sie keine Stechmücken sind und somit kein Blut saugen. Die Larven ernähren sich am Boden von Blattbestandteilen oder Kot. Die Ernährungsweise der erwachsenen Tiere ist nicht ausreichend erforscht. Auf Grund ihrer zurückgebildeten Mundwerkzeuge wir aber der Verzehr von Pflanzensäften angenommen.

Die ausgewachsenen Mücken fliegen im Winter von Oktober bis April. In dieser Zeit „tanzen“ Schwärme der Männchen häufig an sonnigen Stellen. Es wird vermutet, dass dies zur Anlockung des anderen Geschlechts dient. Die Besonderheit, weshalb die Wintermücke bei so kalten Temperaturen leben kann, liegt in ihrem Blut. Sie haben eine glycerinähnliche Substanz im Körper. Diese Substanz sorgt dafür, dass die Mücke nicht durchfriert, sodass kein Gewebe zerstört wird. Für die Wintermücken bringt das den Vorteil, dass sie im Winter kaum Konkurrenz um Ressourcen haben.


Insekt des Monats Dezember

Foto: Jörg Siemers
Foto: Jörg Siemers

Der Große Frostspanner

Insekt des Monats Dezember 2019

 

Wissenschaftlicher Name: Erannis defoliaria

 

Klasse: Insekten (Insecta)

 

Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)

 

Familie: Spanner (Geometridae)

 

Unterfamilie: Ennominae

 

Flügelspannweite (m): 46 mm

 

Körperlänge (w): 14 mm

Der Große Frostspanner lebt vor allem in Gehölzen. Die Flügel der Männchen sind meist ockerfarben bis gelblich oder braun. Die Weibchen des Großen Frostspanners sind flügellos, ihre Körper sind schwarz und gelb gemustert. Das Erwachsenenleben der Weibchen besteht darin, an Bäumen hochzukrabbel um von dort Männchen anzulocken. Nach der Paarung legt das Weibchen die Eier in den Knospen der Bäume ab. Bei Gefahr seilen sich die Raupen an einem eigenen Spinnfaden ab. Ist die Gefahr gebannt klettern sie am gleichen Faden wieder  hoch und fressen diesen dabei. Die Falter schlüpfen nach den ersten Frostnächten, ab etwa Ende September, woher auch der Name stammt.


Insekt des Monats November

Foto:Anne-Marie Kölbach
Foto:Anne-Marie Kölbach

Der Admiral

 

Insekt des Monats November 2019

 

Wissenschaftlicher Name: Vanessa atalanta

 

Klasse: Insekten (Insecta)

 

Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)

 

Familie: Edelfalter (Nymphalidae)

 

Unterfamilie: Fleckenfalter (Nymphalinae)

 

Flügelspannweite: 50 mm bis 65 mm     Raupenlänge: maximal etwa 40 mm

 

Der Admiral kommt, anders als einige seiner Verwandten, in verschiedenen Lebensräumen vor. Sie leben auf Lichtungen im Wald genauso wie auf Ackerflächen, an Wegrändern, auf Weiden, Obstwiesen und Uferböschungen. Aber auch im Siedlungsraum ist er in Gärten, Parkanlagen und auf Friedhöfen zu finden.

Die Flügeloberseite des Admirals zeichnet sich durch eine rote Binde am Vorder- und Hinterflügel bei einer sonst dunkelbraunen Grundfarbe aus. Die Flügelunterseite der Vorderflügel ist schwarz, weiß, rot und blau gemustert. Die Unterseite der Hinterflügel ist dagegen von braun, schwarz, violett gemustert und kann Gelbtöne enthalten. Die Grundfarbe der Raupen variiert von schwarz über braun bis gelbbraun. Meist zeigen sich verschieden große, cremefarbene flecken an der Seite.

Die Raupen der Admirale ernähren sich in Mitteleuropa ausschließlich von Brennnesseln, während die erwachsenen Tiere an verschiedenen Blüten saugen.


Insekt des Monats Oktober 2019

Die Schlupfwespe

 

Insekt des Monats Oktober 2019 

 

Wissenschaftlicher Name: Ichneumonidae sp.

 

Klasse: Insekten (Insecta)

 

Ordnung: Hautflügler (Hymenoptera

 

Familie: Schlupfwespen (Ichneumonidae)

 

Körperlänge: 10 bis 50 mm

 

Die Schlupfwespen bilden die artenreichste Familie innerhalb der Hautflügler. Die Larven sind Parasitoide. Sie befallen andere Insekten, wie Käfer, Schmetterlinge oder Pflanzenwespen. Die Schlupfwespen bewahren uns vor großen Ernteausfällen, da sie Antagonisten vieler Insekten-Schädlingsarten sind und deren Ausbreitung natürlich verhindern.   

Bestimmte Arten werden für die biologische Schädlingsbekämpfung gezüchtet und gegen Motten, Holzschädlinge und Läusen eingesetzt.

 Mit ihrem ausfälligen Legebohrer injizieren die Weibchen die Brutzellen der Wirte und legen dort ihre Eier ab. Die Schlupfwespen-Larven schlüpfen und ernähren sich von den Vorräten der Wirtslarve. Die Wirtslarve selbst wird getötet und oft auch gegessen.

Für den Menschen stellen die Schlupfwespen keinerlei Gefahr da, sie dienen uns sogar als Nützlinge.

Foto: Schlupfwespe an der NABU-Insektenwand auf der Streuobstwiese


Insekt des Monats September

Bild: Conny Müller
Bild: Conny Müller

 Die Riesenschnake

 

Insekt des Monats September 2019

 

Wissenschaftlicher Name: Tipula maxima

 

Klasse: Insekten (Insecta)

 

Ordnung: Zweiflügler (Diptera)

 

Familie: Schnaken (Tipulidae)

 

Körperlänge: bis zu 40 mm

Die Riesenschnake gehört zu den größten in Mitteleuropa heimischen Insekten. Sie erreicht eine Spannweite von 33 bis 65 mm und ihre Beine können doppelt so lange werden wie der Körper. Die Weibchen besitzen am Ende des Hinterleibs einen Legestachel, mit dem sie ihre Eier in feuchte Böden ablegen. Das Weibchen wird etwas größer als das Männchen. Die Flügel der Riesenschnake sind braun gefleckt. Die Hinterflügel sind zu Schwingkölbchen reduziert.

Sie besiedelt vorwiegend feuchten Habitaten, wie Bäche und Sümpfe, kommt aber auch in Parks und Gärten vor. Ihre Ernährung ist ausschließlich pflanzlich. Die Larven leben im flachen Uferbereich von kleinen Fließgewässern. Pro Jahr gibt es zwei Generationen an Schnaken. Die flugfähigen Erwachsenen kommen im Frühjahr und im Spätsommer vor. Die Riesenschnake ist überwiegend dämmerungsaktiv und harmlos für Mensch und Tier.

 


Insekt des Monats August

Die Garten-Wollbiene

Insekt des Monats August 2019

 

Wissenschaftlicher Name: Anthidium manicatum 

 

Klasse: Insekten (Insecta)

 

Ordnung: Hautflügler (Hymenoptera)

 

Familie: Bauchsammlerbienen (Megachilidae)

 

Größe: 10-12 mm (w), 14-18 mm (m)

 

Die Garten-Wollbiene ist die häufigste Art der Wollbienen. Sie ist vor allem in Gärten aufzufinden, kommt aber auch in Parks, an Waldwegen und in Kiesgruben vor. Als Nistplatz nutzt sie schon vorhandene Hohlräume, in denen sie sich mit Pflanzenwolle Brutzellen baut. Deshalb sucht sie gerne pelzige Pflanzen, wie Salbei, Königskerze oder Wollziest, auf. Man kann die Garten-Wollbiene gut an ihren auffälligen gelb-schwarzen Zeichnungen erkennen. Die Männchen sind deutlich größer als die Weibchen und verhalten sich sehr aggressiv gegenüber anderen Männchen und Futterkonkurrenten. Sie attackieren diese mit ihrer Hinterleibsdorne. Die Garten Wollbiene ist in den Monaten Juni bis September zu beobachten.

Foto: Garten-Wollbiene von Volker Unterladstetter


Insekt des Monats Juli

Für den Monat Juli haben wir uns einen Schmetterling ausgesucht, denn Schmetterlinge sind nicht nur ganz besondere Lebewesen, sondern schmücken auch ganz besonders unsere heimische Natur, unsere Vorgärten und auch unsere Balkone.

Der Schwalbenschwanz

Insekt des Monats Juli 2019

 

Wissenschaftlicher Name: Papilio machaon

 

Familie: Ritterfalter (Papilionidae)

 

Spannweite: 6,5 – 8,6 cm (Erwachsener)

 

Klasse: Insekten (Insecta)

 

Ordnung: Schmetterlinge

 

Unterfamilie: Papilioninae

Der Schwalbenschwanz ist ein Schmetterling aus der Familie der Ritterfalter und zählt zu den bekanntesten & schönsten europäischen Tagfaltern. Sein flatternder und segelnder Flug ist besonders eindrucksvoll. Wir finden ihn auf blütenreichen Wiesen (im Sommer 2018 auf der NABU- Wiese an der Aachener Straße gesehen) und in Gärten oder im Schmetterlingsflieder. Mit bis zu über acht Zentimetern Spannweite ist der wanderfreudige Falter auch einer der größten Schmetterlinge in Mitteleuropa. Er lässt sich gerne auf aufgeblühte Kleeköpfe nieder, um Nahrung aufzunehmen. Nach einer Weile fliegt er ruhig ein paar Meter weiter zur nächsten Blüte bevor er dann heftig aufflattert und verschwindet.

Die auffälligen gelbgrünen Raupen mit den schwarzroten Querstreifen sind hauptsächlich an der Wilden Möhre oder an Fenchel zu finden. Wenn die Raupen sich bedroht fühlen, können sie ihre Stirngabel ausstülpen und damit Buttersäure versprühen. Der unangenehme Geruch schreckt Feinde ab.