
09.01.2026
Nach fünf Jahren ist es geschafft: Auf allen 55 städtischen Kölner Friedhöfen haben wir unter Anwendung einer bewährten Kartierungsmethode die Brutvogelarten ermittelt. Und die Ergebnisse können sich sehen lassen und unterstreichen den ökologischen Wert der Friedhöfe. Insgesamt haben wir in den fünf Jahren 59 Brutvogelarten festgestellt. Die Gesamtartenliste finden Sie als PDF-Dokument zum Download hier:
Die Ergebnisse der Kartierung können außerdem auf dieser interaktiven Webseite abgerufen werden.
Eine genaue Projektbeschreibung finden Sie weiter unten.
Brutvögel, Durchzügler & Nahrungsgäste auf den Kölner Friedhöfen
Und so sah unsere Reise in den Jahren 2021 bis 2025 aus. Wir haben jeden Friedhof mindestens in einem Jahr in jedem Monat der Brutsaison von Februar bis Juni begangen und die Brutvögel erfasst. Aber viele und gerade die großen Friedhöfe haben wir auch in mehreren Jahren kartiert.
Zum besseren Vergleich haben wir die Friedhöfe in Größenklassen eingeteilt. Hier das Beispiel mit den dreizehn größten Friedhöfen, an dem man sieht, dass trotz deutlicher Abnahme der Fläche die Anzahl der Brutvogelarten nur leicht abnimmt. Voraussetzung ist, dass den Vögeln auch auf den etwas kleineren Friedhöfen eine ausreichende Strukturvielfalt, bestehend aus Bäumen verschiedener Arten und Altersklassen, Büschen, Hecken und Wiesen, als Lebensraum zur Verfügung steht.
Aber nicht nur die Brutvogelarten wurden von uns erfasst, auch die Nahrungsgäste und Durchzügler wurden dokumentiert. Darunter fielen zum Beispiel so interessante Arten wie Bergfink, Goldammer, Nachtigall, Rotdrossel, Waldschnepfe, Wiedehopf, Uhu und viele mehr.
Brutvögel, Durchzügler & Nahrungsgäste auf den Kölner Friedhöfen
Neben den reinen Artenlisten wurden für alle Friedhöfe auch individuelle „Steckbriefe“ erstellt. Diese enthalten neben den Ergebnissen der Brutvogelkartierung eine individuelle Beschreibung des jeweiligen Friedhofs inklusive Hinweisen zu dessen Struktur und Pflanzenwelt. Diese Steckbriefe dienen insbesondere bei der Zusammenarbeit mit der Friedhofsverwaltung und den Friedhofsgärtnern als Daten- und Informationsgrundlage.
Unser Dank gilt allen, die sich an der Brutvogelkartierung beteiligt haben. Wir würden uns wünschen, wenn eine zukünftige Generation von ornithologisch geschulten Personen in 10 oder 15 Jahren diese Kartierung mit derselben Methode wiederholen würde. Dann könnten durch den Vergleich der Ergebnisse die Veränderungen, die unter anderem durch den Klimawandel verursacht werden, aufgezeigt werden.
Fotos: Volker Brinkmann (Eichelhäher, Mäusebussard, Habicht, Mittelspecht, Sperber, Haubenmeise), Karsten Keller (Wiedehopf), Anne-Marie Kölbach (Rotkehlchen), Marc Pfeifer (Trauerschnäpper, Mönchsgrasmücke, Star, Sommergoldhähnchen), Franz Lindinger (Blaumeise, Waldohreule, Zaunkönig, Schwarzspecht, Hohltaube, Uhu)
9.3.2023
Gerade ältere Friedhöfe sind ein abwechslungsreicher Lebensraum mit großer Artenvielfalt und ein wichtiger Rückzugsort für viele Vogelarten. Mit alten Bäumen, Wiesenflächen, Hecken und Sträuchern sind sie nicht nur ein Ort der Trauer, sondern besonders in Großstädten auch eine Oase der Ruhe für Menschen und ein Rückzugsraum für seltene Tiere und Pflanzen.
Um herauszufinden, welche Vogelarten auf den Kölner Friedhöfen brüten, hat der NABU Köln ein Kartierungsprojekt gestartet. Jedes Jahr sind wir dazu in mindestens vier festgelegten Zeiträumen auf den Friedhöfen unterwegs. Im Rahmen dieser qualitativen Kartierung erfassen wir, welche Vögel während ihres Brutzeitraums zu sehen und zu hören sind. Dabei werden die Arten ermittelt, nicht die Anzahl der einzelnen Individuen oder Reviere.
Zu den vier Terminen, die üblicherweise der Erfassung der Brutvogelarten zu Grunde gelegt werden, haben wir noch einen zusätzlichen Zeitraum im Februar hinzugenommen, um zu untersuchen, ob möglicherweise der Klimawandel dazu führt, dass bestimmte Arten früher mit der Balz oder dem Brutgeschäft beginnen.
Im Rahmen des Projekts erfassen wir auch sogenannte Durchzügler, also Vögel, die auf dem Weg vom und zum Winterquartier durchziehen sowie die Nahrungsgäste, die nicht auf einem der Friedhöfe brüten, sondern nur ihre Nahrung dort suchen. In die Ergebnisse auf der Karte gehen diese Sichtungen allerdings nicht mit ein, da diese nur die Brutvögel zeigt.
Geschützte Arten wie zum Beispiel die Greifvögel oder Eulen werden in der Karte ebenfalls nicht dargestellt, damit diese an ihren Brutplätzen nicht illegal verfolgt werden können. Im Wesentlichen betrifft das den Habicht, der leider aktuell in Köln einer zunehmend aggressiven Verfolgung ausgesetzt ist. In abgeschwächter Form gilt das aber auch für andere Greifvogelarten. Weitere Informationen darüber finden Sie beim Komitee gegen den Vogelmord oder Sie sehen sich den Vortrag zu dem Thema von Dr. Michael Lakermann auf dem YouTube Kanal des NABU Köln an.
Die Ergebnisse des Projekts kommen nicht zuletzt auch in der Zusammenarbeit mit der Friedhofsverwaltung oder der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) zum Tragen. Der NABU Köln arbeitet schon seit einigen Jahren im Rahmen von ökologischen Projekten auf den Friedhöfen mit der Stadt Köln zusammen.
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