NABU-Projekt: „Naturnahe Balkone für Köln“

Das von der Deutschen Postcode Lotterie und der HIT-Stiftung geförderte Projekt: „Das große Blühen – naturnahe Balkonbepflanzung mit heimischen Pflanzen für Insekten“beinhaltet den Schutz und die Förderung von Wildpflanzen und Insekten. Der NABU Stadtverband Köln möchte Insekten auf den Großstadtbalkonen ein neues Zuhause geben und ruft alle Kölner auf, sich für den Schutz der heimischen Tierwelt mit geeigneter Balkonbepflanzung einzusetzen.

Wer Insekten helfen möchte, sollte sich Gedanken für die Errichtung eines naturnahen Balkons machen. Es gibt viele verschiedene Saatgutmischungen von Wildblumen zu kaufen, die sich sowohl für eine "richtige" Blumenwiese im Garten als auch sehr gut für den Balkonkasten eignen, wie z.B. Margerite & Wiesensalbei. Aber auch einjährige Ackerwildkräuter wie Klatschmohn, Kornblume, Kornrade, Adonisröschen oder Wucherblume machen sich sehr gut in einem Balkonkasten, wo sich die Insekten wie Hummeln und Wildbienen dran erfreuen. Denn für die Förderung unserer heimischen Bestäuberinsekten sind Nektar und Pollen als Nahrungsgrundlagen entscheidend.

 

 

Küchen- und Gewürzkräuter wie Ysop, Melisse, Thymian und Salbei sind sehr beliebt bei Insekten und lassen sich ebenso gut auf dem Balkon halten. Mit einem mageren Sand-Lehm-Gemisch und ein wenig Regenwasser gedeihen sie am besten. Für Wildpflanzen und Kräuter bitte keine fette Gartenerde verwenden, die Pflanzen mögen es lieber mager.

 © Stefan Brenzinger
© Stefan Brenzinger

 

Zur Unterstützung der Insekten wollen wir auf ausgewählten Balkonen auch Nisthilfen anbringen, sodass Wildbienen ihre Eier in die Löcher ablegen können. Dabei wird auf gute Qualität und gute Verarbeitung der Klötze geachtet.

 

Wildbienen sind vollkommen harmlos und friedlich und man kann in aller Ruhe das Treiben beobachten, wenn die Bienen Baumaterial, Nahrung und Lehm zum Verschluss ihrer Brutröhren eintragen. Diese sogenannten Solitärbienen bilden keine Staaten, sondern leben einzeln und haben auch keine hilfreichen Arbeiterinnen, sondern es gibt nur Männchen und Weibchen, von denen die Weibchen Nestbau und Brutpflege betreiben.

 


Die Ankunft der Wilden Blumen

NABU Köln lässt 3.000 Wildpflanzen für Balkon und Garten heranziehen.

 

Sorgfältig in Reih und Glied stehen sie, fast wie eine Miniatur-Armee. Und doch kommen sie ganz harmlos daher: Rund 3.000 heimische Wildpflanzen bereiten sich aktuell auf die bunte und friedliche Übernahme der Kölner Balkone vor. Im Rahmen des von der Postcode-Lotterie und HIT-Stiftung finanzierten Projektes „Naturnahe Balkone für Köln“ hat der NABU Köln insgesamt 17 heimische Arten ausgesucht, die besonders wertvoll für Insekten sind, mit den Bedingungen auf dem Balkon gut klarkommen und natürlich auch etwas fürs Auge bieten. Die Anzucht haben die Gärtnerinnen und Gärtner der Alexianer Klostergärtnerei übernommen, und sie haben ihre Sache richtig gut gemacht. Prächtig sehen die kleinen Heide-Nelken, Wiesen-Flockenblumen, Horn- und Rotklee-Pflänzchen aus und fiebern ihrer Zukunft auf Kölner Balkonen entgegen.

Das Besondere an der Kooperation mit den Alexianern ist, dass es zum ersten Mal Pflanzen im Gartenhandel geben wird, die mit Regio-Saatgut angezogen worden sind. Das heißt, dass die Elternpflanzen aus dem Rheinland stammen und unsere Jungpflanzen diese genetische Ausprägung in sich tragen. Fachleute sprechen in dem Zusammenhang von autochthon, ein für manche Lippen etwas schwieriges Wort, das aber eigentlich nur „aus derselben Erde stammend“ bedeutet.

Die Rheinische Herkunft der Pflanzen freut aber nicht nur Lokalpatrioten, sondern stellt auch sicher, dass die Pflanzen im hiesigen Klima bestens gedeihen. Im Laufe des kommenden Frühjahrs werden viele dieser wilden kleinen Rheinländer im Zuge von Aktionen und Infoveranstaltungen an Kölner BalkongärtnerInnen verschenkt. Und auch die Alexianer nehmen die Wildarten neu in ihr Programm auf. Wer also die NABU-Balkontage verpassen sollte, kann sich künftig auch in der Klostergärtnerei mit Wiesen-Salbei, Blut-Weiderich, Kuckucks-Lichtnelke und Co. eindecken.

https://www.alexianer-werkstaetten.de/werkstaetten-koeln/klostergaertnerei/

Ein Podcast zu dem Projekt und zu heimischen Wildpflanzen auf dem Balkon und im Garten finden Sie beim Gartenradio:  http://www.gartenradio.fm/


Saatgut- und Pflanzenfest

Bild:  Lotta Afflerbach
Bild: Lotta Afflerbach

 Fast 200 Pflanzen und 3 kg Saatgut konnte der NABU im Rahmen des Projektes „Naturnahe Balkone in Köln“ am Dienstag, 20. September an naturinteressierte Kölner abgeben. Im Vordergrund der Aktion im Innenhof der NABU Geschäftsstelle standen die insektenfreundlichen Pflanzen für Wildbienen & Co., die kostenlos an die Besucher rausgegeben wurden. Auch eine Feldblumensaatgutmischung von Rieger Hofmann war zu bekommen. Zahlreiche Interessierte nutzten das Angebot und informierten sich zur Wiesenanlage und Balkongestaltung. Bei der Auswahl der Pflanzen achtete der NABU darauf, dass es sich um heimische Stauden handelte, die den Insekten Pollen & Nektar bieten.


Zudem wollen wir jeden Monat ein Insekt vorstellen und darüber hier berichten:

Hier geht es zum Insekt des Monats August

 

 

Wir empfehlen:

Viele Stauden, die in Baumärkten und Gärtnereien angeboten werden, haben gefüllte Blüten und enthalten somit keinen Pollen und Nektar, die für die Insekten so lebensnotwendig sind. Der NABU Köln hat heimische Pflanzen rausgesucht, die sich für sonnige und halbschattige Balkone & Beete eignen.

Pflanzempfehlung für einen sonnigen Balkon

Ansprechpartnerin: Birgit Röttering