
09.06.2026
Am Dienstag hatten wir die Möglichkeit, ganz viele Infos über Igel, deren Verhalten, Lebensweise, Gefährdung und Schutz zu erfahren. In der alten Feuerwache in Köln hat Christiane Waldmann von der Igelstation „Henriette“ aus Bonn einen spannenden Vortrag gehalten. Sie leitet seit einigen Jahren ihre eigene Igelstation, angeschlossen an die Tierarztpraxis ihres Mannes. Dort kümmert sie sich um verletze und kranke Igel, die zum Beispiel von Freischneidern oder Mährobotern verletzt wurden oder aufgrund von Krankheiten auf medizinische Versorgung und Fütterung angewiesen sind. Deswegen konnte sie den Zuhörer*innen einen guten Einblick in ihre Arbeit und Tipps zum richtigen Umgang mit Igeln im eigenen Garten geben. Am Ende der Veranstaltung konnten die Teilnehmer*innen Fragen stellen, die Frau Waldmann kompetent beantwortete. Selbst die Igel-Profis haben uns zurückgemeldet, bei dieser Veranstaltung noch einiges dazu gelernt zu haben.
Für alle, die den Vortrag verpasst haben, haben wir gute Neuigkeiten. Am 01.09.2026 veranstalten wir nochmal einen Igelvortrag mit Christiane Waldmann im Allerweltshaus in Ehrenfeld.
Wir bedanken uns bei Frau Waldmann für den schönen und spannenden Vortrag und bei der Stiftung „Umwelt und Entwicklung NRW“ für die Förderung unseres Projekts.

Unser Igelprojekt startet am 01.03.2026!
Wir möchten mit diesem von der Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW geförderten Projekt erneut den Fokus auf das beliebte Stacheltier lenken. In den letzten Jahren häufen sich die Meldungen von schlecht ernährten Igeln und leider auch immer wieder von stark verletzten Igeln, die Kontakt mit Mährobotern hatten. Die Stadt Köln hat zum Schutz des Igels im Oktober 2024 ein Nachtfahrverbot für Mähroboter ausgesprochen, welches wir sehr begrüßen. Im Rahmen des neuen Projekts möchten wir Köln igelfreundlicher machen.
Dazu wird es Infoveranstaltungen für alle igelinteressierten Kölner*innen geben und für Grundschulen haben wir eine Unterrichtseinheit zu dem gefährdeten Gartentier im Angebot. Lehrkräfte können sich bei Interesse in unserer Geschäftsstelle melden.
Darüber hinaus werden wir igelfreundliche Gärten auszeichen. Bewerbungen nehmen wir ab sofort entgegen. Die Auszeichnungskriterien finden Sie weiter unten auf dieser Seite.

30.03.2026
Für Grundschulen haben wir im Rahmen dieses Projektes ein Umweltbildungsangebot zum Thema Igel. Dazu kommen wir für eine Unterrichtseinheit an die Schule und halten einen Vortrag über die Biologie des Igels und die Schüler*innen können alle ihre Fragen zu dem beliebten Gartentier stellen. Wenn die Schule über einen geeigneten Schulgarten verfügt, kann im Anschluss an den Vortrag eine praktische Einheit erfolgen, in der wir gemeinsam eine Igelburg aufstellen.
Wenn Sie Interesse an einem Schulbesuch durch uns haben, kontaktieren Sie gern unsere Geschäftsstelle.
Igel werden vielerorts immer seltener. Deshalb brauchen wir Sie:
Haben Sie einen Igel im Garten? Oder haben Sie einen Igel im Park gesehen? Gibt es Straßen, wo Sie immer wieder überfahrene Igel sehen?
Melden Sie uns Ihre Sichtungen gern über das Kontaktformular. Damit tragen Sie zur einer besseren Datenlage in Köln bei, die wichtig ist, um die Stadt igelfreundlicher zu machen. Fotos können Sie uns gerne an [email protected] schicken.
Jeder Garten kann igelfreundlich sein! Hier finden Sie unsere Kriterien für die Auszeichnung:
- Ihr Garten ist grundsätzlich naturnah gestaltet und Sie tolerieren ein paar "wilde" Ecken.
- Es gibt heimische Stauden und Gehölze. Im Idealfall sogar eine dichte, mehrreihige Hecke und ein paar Obstbäume.
- Es gibt Totholz Elemente.
- Es gibt einen Kompost.
- Es gibt einen Steinhaufen und oder Holzstapel mit Hohlräumen.
- Sie verzichten auf den Einsatz von Gift.
- Sie verzichten auf Laubsauger und - bläser.
- Sie verzichten auf den Einsatz von Mährobotern bzw. lassen diese nicht unbeaufsichtigt laufen.
- Gefahrenquellen wie Kellerschächte oder steile Treppen sind "entschärft".
- Sie bieten Laub- und Reisighaufen an.
- Ihre Zäune sind durchlässig und stellen für Igel kein Hindernis dar.
Keine Sorge: es müssen nicht alle Kriterien streng erfüllt sein, aber je mehr, desto besser! Bei der Auszeichnung des Gartens besprechen wir gemeinsam, wo es vielleicht noch Nachbesserungsbedarf gibt.
Kommt ihr Garten In Frage? Dann melden Sie sich gern telefonisch in unserer Geschäftsstelle oder direkt bei [email protected]
Wussten Sie, dass es mittlerweile in den Städten viel mehr Igel gibt, als auf dem Land? Aber auch in städtischen Gärten fehlt es den Igeln oft an Nahrung und igelfreundlichen Strukturen. Hier eine Übersicht, wie man den Garten attraktiv für Gartentiere, wie den Igel gestalten kann:

Ein Garten muss nicht super ordentlich sein. Tolerieren Sie ruhig ein paar "wilde" Ecken. Das Tolle am igelfreundlichen Garten: ganz viele andere Tiere fühlen sich dort auch pudelwohl!
Durchlässige Zäune sind nicht nur für den Igel wichtig, der beim nächtlichen Stöbern leider oft auf Hindernisse stößt, sondern auch für andere wandernde Tiere, wie Amphibien zum Beispiel. Als Faustregel (im wahrsten Sinne des Wortes) kann man sich gut merken: ein Durchschlupf im Zaun sollte so groß sein, wie die Faust einer erwachsenen Person (ca. 10 x 10 cm).

Laub darf und sollte im Garten verbleiben. Gezielte Laub- und Reisighaufen bieten Igeln Unterschlupf und Nahrung zugleich.
Tagsüber und zum Überwintern suchen Igel ein Nest auf, das sie in Holzstapeln, Komposthaufen, Reisig- oder Strohhaufen anlegen. Sorgen Sie für Hohlräume, damit die Tiere sich dort ein ideales Quartier bauen können.
Diese Strukturen sind auch Lebensraum von kleineren Tieren, wie zum Beispiel Käferlarven, Regenwürmern und Blindschleichen.

Totholz ist für unzählige Tiere über viele Jahre hinweg Nahrung und Lebensraum zugleich. Viele Insekten sind auf Totholz spezialisiert und dienen Igeln als Nahrungsquelle.
Holzhaufen werden von Igeln außerdem gern als Tagesversteck, zur Jungenaufzucht und für den Winterschlaf genutzt.
Wichtig: vermeiden Sie es, liegen gebliebenen Astschnitt oder Reisighaufen im Herbst abzubrennen oder schichten Sie das Material vorher um. Gleiches gilt für Osterfeuer oder Sonnwendfeuer. Für diese werden häufig lange im Voraus Holzhaufen angelegt, sodass dort neben Igeln auch andere Tiere Zeit haben sich einzuquartieren. Besser ist es, solche Haufen kurzfristig anzulegen oder vor dem Abbrennen umzuschichten.

Schneckenkorn, Rattengift und Kunstdünger sind für den Igel toxische Gefahren und haben im igelfreundlichen Garten selbstverständlich nichts zu suchen. Sie zerstören nicht nur seine Nahrungsgrundlage, sondern auch Nützlinge im Garten.
Giftfreie Gärten sind artenreicher und retten Igelleben.

Große Vorsicht ist geboten beim Umschichten von Komposthaufen oder dem Abräumen von Ast- und Grünschnitthaufen. Hierbei werden immer wieder Igel stark verletzt.
Gleiches gilt für Arbeiten mit Motorsensen oder anderen motorbetriebenen Gartengeräten. Deshalb bitte vorher prüfen, ob im Einsatzgebiet Igel nisten oder schlafen.

Wer im Garten nicht so viel Platz für eine breite Hecke hat, kann an geschützten Stellen Igelhäuser aufstellen. Im Handel gibt es mittlerweile verschiedene Modelle und Bauanleitungen.
Im Jahreszyklus braucht der Igel eigentlich drei verschiedene Nester. Eins im Sommer, das relativ karg sein darf. Es reicht oftmal eine umgedrehte Obstkiste. Eins zum Aufziehen der Jungen, das gut isoliert und geschützt sein sollte. Und eins für den Winterschlaf, das ebenfalls gut isoliert und eher an einem schattigen Standort stehen sollte, damit der Igel im Frühling nicht zu früh wach wird. Bauanleitungen für ein Igelhaus gibt es zum Beispiel hier.

Keller- und Lichtschächte können für Igel, aber auch für andere Tiere, wie Kröten oder Mäuse schnell zu Todesfallen werden. Wenn man sie mit einem Gitter oder Holzbrett abdeckt, sind sie ungefährlich.
Auch sehr steile Treppen können zur Gefahr werden. Hier kann man mit Steinen zusätzliche Treppenstufen für die Tiere bauen.
Auch wenn Igel gute Schwimmer sind, können Gartenteiche mit steilen Ufern für sie gefährlich werden. Eine Ausstiegshilfe kann auch diese Gefahr leicht entschärfen. Ein einfaches Holzbrett reicht hier völlig aus.
Man sollte meinen, dass der Igel als Art schon mit genug Problemen konfrontiert ist. Zu seinen natürlichen Fressfeinden kommen neben dem Nahrungsmangel, der Verwendung von Pestiziden und Fungiziden, dem Straßenverkehr, strukturarmen Landschaften ohne geeignete Nistmöglichkeiten und hermetisch abgeriegelten Gärten leider immer wieder neue Gefahren, wie seit einigen Jahren der Mähroboter. Diese sollten auf keinen Fall unbeaufsichtigt im Garten laufen! Die Stadt Köln hat zum Schutz von Igeln und anderen dämmerungs- und nachtaktiven Tieren 2024 ein Nachtfahrverbot für Mähroboter ausgesprochen. Es gab in den letzten Jahren zahlreiche Meldungen von Igeln mit schwersten Verletzungen, die von Mährobotern verursacht wurden. Die Verletzungen reichten dabei von abgerissenen Gliedmaßen, Kopf- und Augenverletzungen bis zu aufgeschlitzten Bäuchen. Die Bilder ersparen wir Ihnen an dieser Stelle.
Wir sind der Meinung: im igelfreundlichen Garten hat dieses furchtbare Gerät nichts zu suchen! Denn auch tagsüber irren ab und zu hungrige Igel durch die Gärten und sind dann mit diesen Gefahren konfrontiert. Und überhaupt: kurz getrimmte Rasen sind zu Zeiten der Klimakrise nicht mehr zeitgemäß. Sie bieten keinerlei Nahrung für Insekten und verbrauchen enorm viel Wasser.