Fledermäuse in Köln – Schutz der fliegenden Säugetiere in der Großstadt

Das von der Stiftung für Umwelt und Entwicklung NRW geförderte Fledermausprojekt vom NABU Stadtverband Köln steht in den Startlöchern.

In Deutschland gibt es 25 verschiedene Fledermausarten, in Köln kommen mindestens sieben davon vor. Die meisten dieser Arten stehen auf der „roten Liste“ und sind in ihren Lebensräumen bedroht.

Für den Schutz der nachtaktiven Stadtbewohner ist es wichtig zu wissen, welche Arten wo leben und wie man sie unterstützen kann, beispielsweise durch das Anbringen von Fledermauskästen oder das Pflanzen von Futterpflanzen für Nachtfalter. Dort wo Quartiere durch Bau- oder Sanierungsmaßnahmen verloren gehen, muss für Ersatz gesorgt werden. Ideal wäre für die Tiere aber der Erhalt von alten, höhlenreichen Bäumen, sowie von ungestörten und zugänglichen Dachstühlen, sowie der Schutz von insektenreichen Jagdhabitaten und natürlich der Verzicht auf Insektizide.

Der NABU Köln startet deshalb diesen Monat ein Artenschutz- und Öffentlichkeitsprojekt. Damit wollen wir Akzeptanz für Fledermäuse in der Stadt schaffen und zeigen, wie seltene Arten auch in einer Großstadt geschützt werden können. Wir wollen gemeinsam nachts auf Tour gehen und die geheimnisvollen Tiere in ihren Lebensräumen erkunden und kartieren.

Ein Highlight wird dieses Jahr auch wieder die bundesweite Batnight am Samstag den 24. August, ab 20:30 Uhr sein.

Ansprechpartnerin: Jana Romero


Die drei häufigsten Fledermausarten in Köln im Portrait

 

Deutschland ist Fledermausland. Bundesweit kommen 25 Fledermausarten vor. In Köln wurden bislang 11 Arten nachgewiesen, davon sind einige aber eher seltene Gäste.

 

Hier die drei prominentesten Arten in Köln im Überblick:

 

Die Zwergfledermaus – Pipistrellus pipistrellus

 

Die zweitkleinste, europäische Fledermausart ist eine typische „Gebäudefledermaus“ und ist in Köln beinahe im ganzen Stadtgebiet anzutreffen.

 

Sie jagt in Parks, Alleen, am Ufer von Gewässern oder an Waldrändern nach Insekten. Dabei verfolgt sie ihre Beute in drei bis fünf Metern Höhe in schnellen Zickzackflügen, sammelt aber auch schon mal Insekten vom Boden oder vom Blattwerk ab.

 

Als Wochenstuben und Winterquartiere nutzt sie vorwiegend Spalten an Gebäuden, beispielsweise in Rollladenkästen, hinter Gebäudeverkleidungen, aber auch Felsspalten oder abstehende Baumrinde werden häufig von ihr genutzt.

 

Die Zwergfledermaus hat eine schwarzbraune Schnauze und dunkle, kleine Ohren. Ihr Fell ist auf der Oberseite rot- bis dunkelbraun und auf der Unterseite gelb- bis gelbbraun.

 

Ihre Flügelspannweite liegt zwischen 18 und 24 cm und sie wiegt zwischen 3,5 und 8 Gramm, also nicht mehr als ein Stückchen Schokolade.

 

Die Wasserfledermaus – Myotis daubentonii

 

Diese mittelgroße Fledermaus lebt, wie der Name schon sagt, in Gewässernähe und ist in Köln häufig in Parks an den Weihern anzutreffen.

 

Sie jagt dicht über der Wasseroberfläche und fängt dabei vorwiegend Insekten, schafft es aber auch kleine Fischchen zu erbeuten. Dazu benutzt sie ihre Schwanzflughaut und die Hinterbeine.

 

Als Wochenstuben bezieht sie Baumhöhlen, Nistkästen und Gebäudespalten. Als Winterquartiere nutzt sie bevorzugt Höhlen und Stollen, wo sie meist eingezwängt in Spalten überwintert.

 

Die Wasserfledermaus hat ein rötlich braunes Gesicht braungraues Fell und große Füße.

 

Ihre Flügelspannweite liegt zwischen 24 und 28 cm und sie wiegt zwischen 7 und 15 Gramm.

 

Der Große Abendsegler – Nyctalus noctula

 

Diese Waldfledermaus kann man auch in Köln entdecken. Der große Abendsegler lebt normalerweise in Laub- und Mischwäldern, besiedelt aber auch Parks mit Altbaumbeständen.

 

Er ist häufig schon vor Sonnenuntergang zu beobachten und jagt oberhalb der Baumkrone. Seine Sommerquartiere und Wochenstuben liegen meist in Baumhöhlen, aber auch Fledermauskästen werden von ihm genutzt.

 

Zum Überwintern nutzt er hohle Bäume, tiefe Felsspalten, aber auch Mauerrisse von Häusern.

 

Der große Abendsegler hat kurze, rundliche Ohren und lange, schmale Flügel. Sein Fell ist kurz und gelb- bis rotbraun.

 

Seine Flügelspannweite kann bis zu 40 cm betragen und er wiegt zwischen 19 und 40 Gramm.