Projekt: „Wilde Schönheiten für Kölner Balkone“

 

Nach dem großen Erfolg des Wildstaudenprojekts "Blühendes Köln" im Jahr 2024 geht es nun in die nächste Runde. Ermöglicht durch die erneute Förderung der Victor Rolff Stiftung können auch in diesem Jahr wieder heimische Wildstauden und ihre Bewohner im Mittelpunkt stehen. Der NABU Stadtverband Köln möchte Insekten auf den Balkonen der Großstadt neue Lebensräume schaffen und lädt alle Kölnerinnen und Kölner ein, sich mit naturnaher Balkonbepflanzung für den Schutz der heimischen Tierwelt zu engagieren. 

 

In einer Großstadt wie Köln bieten Grünflächen, private Gärten und besonders Balkone ein enormes Potenzial, um die Artenvielfalt gezielt zu fördern. Gerade in Wohngebieten bleiben viele Flächen ökologisch ungenutzt. Dabei könnten wir unsere unmittelbaren Lebensräume bewusst so gestalten, dass sie zu wertvollen Rückzugsorten für Insekten und andere Tiere werden. Mit jedem kleinen Garten und jedem Balkon können jetzt alle Kölnerinnen und Kölner einen kleinen Beitrag zur Unterstützung der Artenvielfalt leisten. Macht mit, gemeinsam wollen wir mehr heimische Stauden für heimische Insekten in Köln etablieren.

 

Ein zentrales Ziel unseres Projekts ist die Förderung heimischer Wildstauden für naturnahe Balkone und Schulhöfe, die als ökologische  "Mikrotrittsteine" im urbanen Raum dienen. Darüber hinaus vermitteln wir Wissen über heimische Wildstauden und Insekten, um das Verständnis für ökologische Zusammenhänge, natürliche Kreisläufe und die Bedeutung von Biodiversität nachhaltig zu stärken.

 

Was ist geplant:

  • Pflanzenfeste in allen neun Bezirken der Stadt Köln, von Chorweiler bis Rodenkirchen
  • Aktionen mit Grundschulen in Köln - gemeinsame Bepflanzung von Schulgärten
  • Entwicklung von Informationsmaterialien, Bestimmungshilfen zu heimischen Wildstauden und deren Besucher (Insekten)
  • Beteiligung an öffentichen Aktionen wie das Saatgutfestival in der VHS Köln

 

Kontakt: Birgit Röttering

[email protected]

 


Pflanzenfeste 2026

Im Rahmen des Projekts lädt der NABU Köln alle Balkonbesitzer*innen und Wildstaudenfans zu  Pflanzenfesten in der Stadt ein. In alles 9 Bezirken wollen wir über naturnahes Gärtnern, Wildstauden und deren Bewohner (Insekten) informieren. Die ersten Termine stehen bereits fest:  

 

Termine für Pflanzenfeste mit heimischen Wildstauden in den Kölner Bezirken:

 

  • Bezirk Rodenkirchen: Mittwoch, 13.05.2026, 14:00 - 16:00 Uhr in Finkens Garten, Friedrich-Ebert-Str. 49, 50996 Köln
  • Bezirk EhrenfeldSonntag, 17.05.2026, 14:00 - 17:00 Uhr im KGV Blücherpark beim Lenzfest, Arnimstraße 100a · 50825 Köln-Ehrenfeld
  • Bezirk Lindenthal:  Donnerstag, 28.05.2026, 16:00 – 18:00 Uhr  im Innenhof der NABU-Geschäftsstelle, Luxemburger Str. 295, 50939 Köln
  • Bezirk KalkSamstag, 13.06.2026, 12:00 - 17:00 UhrMittsommerfest auf dem Außengelände der Katharina-Henoth Gesamtschule in der Nürnberger Straße in Höhenberg / Vingst. 
  • Bezirk Porz: Sonntag, 28.06.2026, 11:00 - 17:00 Uhr: Langer Tag der Kölner Stadtnatur. Im Innenhof auf Gut Leidenhausen, Köln-Porz. - fällt wegen der Hitze aus

Die Bewohner*innen der Wildstauden

 

Wild- und Honigbienen

 

Besonders bekannt, als Bewohner*innen sind die für uns Menschen sehr wichtigen Wildbienen. Sie sind abhängig von den Wildstauden und brauchen sie zum Überleben. Sie und auch die Honigbienen haben sehr kurze Rüssel, weshalb der Nektar gut erreichbar sein muss. 

Am liebsten fliegen Sie auf Lippen- und Rachenblütler, da diese raue Oberflächen haben und sie gut auf deren Unterlippe landen können. 

Die beliebtesten Wildstauden bei Wild- und Honigbienen sind: Natternkopf, Glockenblumen, Wiesen- und Steppen-Salbei, Fingerkraut und verschiedene Nesseln. 

Hier ein paar Wildbienenarten: 

Schmetterlinge (Tag- und Nachtfalter)

 

Tagfalter haben lange Rüssel und saugen den Nektar aus tiefen, langen Blüten, an die die Bienen und Fliegen nicht gelangen können. Die Tagfalter müssen auf den Blüten gut landen können und bevorzugen daher tellerförmie Blüten und auffällige Blütenfarben.

Die beliebtesten Wildstauden bei Tagfaltern sind: Blutweideich, Hornklee und Gingster

Ein paar Beispiele für Tagfalter, die auf Wildstauden angewiesen sind: 

 

Nachtfalter orientieren sich an dem süßlichen Geruch der Blüte und nicht unbedingt an der Farbe. Die meisten Nachtfalterpflanzen sind tagsüber geschlossen und öffnen sich erst am Abend, um ihr Aroma zu verströmen. Typische Nachtfalterpflanzen sind zum Beispiel Nachtkerze, Weiße Lichtnelke und das nickende Leimkraut. 

Zwei Beispiele für einheimische Nachtfalter: 

Käfer 

 

Käfer ernähren sich hauptsächlich von Pollen, da der Nektar oft zu tief in der Blüte liegt, weil sie nur kurze Mundwerkzeuge haben. Sie sind daher auf offene und gut zugängliche Blüten angwiesen, die viel Pollen liefern. Besonders gerne mögen sie Blüten, die stinken oder einen stärkeren Eigengeruch haben. 

Dazu gehören Schafgabe, Wiesenkerbel und Bärenklau.

Hier ein paar Beispiele:

 

Wanzen

 

Wanzen haben einen großen Rüssel und fliegen vor allem gut zugängliche Pflanzen an, um sich von deren Nektar zu ernähren. Dort legen sie gerne ihre Eier ab und versoregen so die Larven mit Futter. 

Beliebte Pflanzen sind: Knöterich, verschiedene Disteln und Apfer

Diese Wanzen findet man am häufigsten auf Wildstauden: 


Eine Bienenweide für die Victor Rolff Stiftung

28.05.2026

 

Letze Woche waren wir zu Besuch bei der Victor Rolff Stiftung in Vettweiß  und haben gemeinsam mit Anja Throm ein neues Beet angelegt. Neben Natternkopf und Steppensalbei haben mir noch viele weitere bienenfreundliche und bunte Wildstauden eingepflanzt und sind sehr gespannt, wie sich das Beet über den Sommer entwickeln wird. Neben dem Beet steht zusätzlich seit ein paar Wochen eine Wildbienennisthilfe.

Wir bedanken uns bei der Victor Rolff Stiftung für die Förderung unseres Wildstaudenprojekts und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit!


Erste Wildstauden eingepflanzt

30.04.2026

Die ersten Schulbesuche im Rahmen des Projektes konnten in Kölner Grundschulgärten erfolgreich umgesetzt werden. Mit großer Begeisterung pflanzten die Kinder heimische Wildstauden wie Aufgeblasenes Leimkraut, Moschus-Malven, Johanniskraut & Flockenblumen ein und entdeckten dabei die Freude am Gärtnern.

Am Ende wurde die neuen Beetbewohner angegossen und die Gruppe war ganz zufrieden mit der Nachmittagsaktion in der Schule.

Foto: Judith Grotendorst


Gestalten Sie jetzt Ihren naturnahen Balkon

Es gibt Millionen Balkone in Deutschland, Millionen Menschen nutzen sie, auf der Suche nach Luft und Sonne – und oft auch der Sehnsucht nach Natur. Viele Quadratmeter Grundfläche, noch viel mehr Quadratmeter Wände, Dachüberstände, Balkongitter können genutzt werden, um möglichst viel Natur in die Großstadt zu holen. Gerade in dieser aktuellen Situation, wo wir unsere meiste Zeit zuhause verbringen, können wir unseren Balkon neu entdecken und vielleicht auch naturnäher gestalten. Sie können sich die Natur auf Ihren Balkon oder auch auf ihr Fensterbrett holen. Ziehen Sie Gemüsepflänzchen wie Tomaten und Paprika vor oder pflanzen auch verschiedene Wildstaude ein. Die Insekten werden es Ihnen danken. 


Wir empfehlen:

Viele Stauden, die in Baumärkten und Gärtnereien angeboten werden, haben gefüllte Blüten und enthalten somit keinen Pollen und Nektar, die für die Insekten so lebensnotwendig sind. Der NABU Köln hat heimische Pflanzen rausgesucht, die sich für sonnige und halbschattige Balkone & Beete eignen.

Pflanzempfehlung für einen sonnigen Balkon

Ansprechpartnerin: Birgit Röttering


Wir bedanken uns herzlich bei der Victor Rolff Stiftung, die dieses Projekt ermöglicht. Projektzeitraum: 01.01.2026 - 31.12.2026