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Der NABU Arbeitskreis Botanik in Köln

Dactylorhiza praetermissa (Foto: NABU Köln)

Der Arbeitskreis Botanik des NABU Stadtverbandes Köln hat sich den Schutz seltener und gefährdeter Pflanzenarten in ihren natürlichen Lebensräumen zur Aufgabe gemacht. Hierzu ist es notwendig, die vorhandenen Lebensräume kennen zu lernen und zu erhalten. Durch regelmäßige Pflege (Entbuschung, Mahd usw.) sollen naturnahe Bedingungen geschaffen oder wiederhergestellt werden. Diese Maßnahmen dienen dazu, geeignete Keim- und Wuchsbedingungen zu schaffen, und das Überleben der Arten langfristig zu sichern. Darüber hinaus sollen Kenntnisse der Biologie und Ökologie der Pflanzenarten vermittelt werden um einen nachhaltigen Schutz zu gewährleisten.


Wer sind wir und was wir erreichen wollen

In einer Gruppe, bestehend aus engagierten Pflanzenexperten, Hobbybotanikern und interessierten Laien will der AK Botanik

- Kenntnisse zu Arten und deren Lebensräumen anschaulich vermitteln

- Sensibilisierung für die Belange des Artenschutzes vorantreiben

- Entwicklungen in ausgewählten Gebieten beobachten und dokumentieren

- regelmäßige Pflegeeinsätze planen, begleiten und mit durchführen

Einmal im Monat (Termine bitte erfragen) treffen wir uns in den Räumlichkeiten des NABU Stadtverbandes, tauschen Informationen aus, besprechen aktuelle Vorkommnisse und planen Pflegeeinsätze und Monitoring. Daten und Erfahrungen werden gesammelt und in kleinen Projektberichten dokumentiert. In der Vegetationszeit werden die Treffen durch kleine Exkursionen an interessante Standorte bereichert.

Haben wir Ihr Interesse geweckt oder wollen Sie weitere Informationen? Dann nehmen Sie Kontakt zu uns auf, wir freuen uns über Verstärkung!

Katharina Janetta: k.janetta(at)gmx.de, Tel.: 0221 - 732 67 93


Kiesgrube Wahn
Godorfer Hafen
Thielenbruch

Aktuell: Schutz gefährdeter Pflanzenarten des Kölner Raums

-Neue Kooperation zwischen NABU Stadtverband Köln und Botanischer Garten Köln-

Der NABU Stadtverband Köln und der Botanische Garten Köln haben sich zusammengeschlossen und widmen sich dem Schutz gefährdeter Pflanzenarten in und um Köln durch Erhaltungskulturen. Die Projektpartner haben sich zum Ziel gesetzt, Arten, die im Kölner Raum lokal vom Aussterben bedroht sind, zu schützen. Anhand spezieller Erhaltungsmaßnahmen wird der Rückgang ausgewählter Arten verlangsamt oder ganz angehalten und deren Aussterben im Kölner Raum verhindert.

Was ist eine Erhaltungskultur?

Eine Erhaltungskultur ist eine Population einer heimischen Pflanze (Art, Unterart) regionaler Wildherkunft in einem Garten mit dem Ziel, das (regionale oder globale) Aussterben dieser Art zu verhindern. Die Kultur soll in erster Linie das Überleben und Heranwachsen der Art gewährleisten und langfristig gefährdete Populationen stabilisieren. Methodisch werden hierzu zunächst reife Pflanzensamen in natürlichen Populationen der ausgewählten Art geerntet. Diese werden anschließend in Gewächshäusern und später in Freilandbeeten herangezogen. Die einzelnen Schritte von der Ausbringung, über die Keimung bis zu Wuchsverhalten werden dokumentiert (Quelle: www.ex-situ-erhaltung.de).

Im Botanischen Garten Köln sind bereits gemeldete Erhaltungskulturen der deutschlandweiten Prioritätenliste erfolgreich im Aufbau. Aus anderen botanischen Gärten mit bereits länger laufenden Erhaltungskulturen (z.B. Bonn, Potsdam, ...), konnten gefährdete Pflanzenarten mehrfach bereits nachgezogen werden. Dabei hat sich gerade auch die Zusammenarbeit zwischen den die Schutzgebiete praktisch betreuenden Naturschutzverbänden und den kultivatorisch erfahrenen Botanischen Gärten bewährt. Die Kooperation zwischen dem Botanischen Garten der Stadt Köln und dem NABU Stadtverband Köln bietet ideale Voraussetzungen zur Durchführung des Vorhabens. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter des NABU und insbesondere des Arbeitskreises Botanik kennen die ausgewählten Schutzgebiete gut, haben die Entwicklungen der letzten Jahre mit verfolgt und kennen den Zustand der Flächen sowie den Status und die Entwicklung der darin vorkommenden Pflanzenarten. Die Mitarbeiter des Botanischen Gartens Köln besitzen demgegenüber viele Erfahrungen und sehr gute Kenntnisse in der Anzucht und Erhaltung von verschiedensten Pflanzenarten außerhalb ihres natürlichen Vorkommens.

Wir sind hochmotiviert und freuen uns auf die Zusammenarbeit.

 


Die Blume des Jahres 2011: Eine bedrohte Schönheit

Moorlilien (Foto NABU Köln)

Die Moorlilie ist "Blume des Jahres 2011"

Die Moorlilie (Narthecium ossifragum) ist bundesweit bedroht. Mit ihrer Wahl zur Blume des Jahres 2011 will die Loki-Schmidt-Stiftung nicht nur auf die selten gewordene Pflanze aufmerksam machen, sondern insbesondere ihren Lebensraum, das Moor, ins öffentliche Bewusstsein rücken. Denn auch dieser ist in Gefahr und die Moorlilie nur ein Beispiel für die vielen besonderen Lebewesen, die mit den Mooren zu verschwinden drohen. Die Moorlilie ist mit ihren gelben Blüten ein echter Hingucker. Moorlilie ist ein poetischer Name für die sonst auch Beinbrech genannte Pflanze, die eigentlich gar nicht zu den Liliengewächsen zählt, sondern zu den Germergewächsen. Sie wächst in Hoch- und Heidemooren sowie in Übergangsmooren und Feuchtheiden mit Glockenheide, gelegentlich auch in Gagel- und Weidengebüschen sowie in Moorgräben. Feuchte bis nasse, nährstoffarme, saure, torfige Moorböden werden von ihr bevorzugt. Narthecium ossifragum wird 10 bis 30 Zentimeter hoch und hat schmale, schwertförmige, grundständige Blätter. Im Juli und August trägt sie eine dicke Traube von Blüten, die stark würzig duften. Die sechs Kronblätter sind von außen grün, innen aber leuchtend gelb. Manchmal sind die Staubgefäße beinahe orange.

Wie die Pflanze zu ihrem unrühmlichen Namen Beinbrech kommt, ist nicht geklärt. Eine Erklärung ist, dass die Moorlilie früher für Knochenbrüche beim Weidevieh verantwortlich gemacht wurde. Doch war dafür wohl weniger die Moorlilie im speziellen verantwortlich, sondern der wenig kalkhaltige Boden. Auf Dauer führte die calziumarme Ernährung bei den Tieren zu Knochenerweichung. Doch nicht nur für Knochenbrüche wird die seltene Moorblume verantwortlich gemacht. In den Blättern des Beinbrechs ist ein Giftstoff enthalten, der die Leberfunktion von Schafen stört. Durch diese Störung gelangen Abbauprodukte des Blattgrüns ins Blut der Tiere und sorgen dort für eine Lichtempfindlichkeit. Diese wiederum ruft Schwellungen und Wunden auf der Haut hervor. Doch nicht nur für Schafe ist der Genuss der Pflanze gefährlich, auch für den Menschen ist die Moorlilie giftig.

Mehr Informationen zum Schutz von Mooren und zu weiteren Arten des Jahres 2011 unter:

http://www.nabu.de/tiereundpflanzen/naturdesjahres/2011/


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