Der mit den Vögeln spricht
Frühmorgens um 6 Uhr trafen sich am Sonntag doch immerhin 25 Frühaufsteher zu einer Vogelstimmenwanderung in Finkens Garten.
Vorsitzender Jörg Pape begrüßte herzlich den NABU Ornithologen Achim Kemper, der seit Jahren die Vogelwelt in Finkens Garten, dem Kölner Naturgartenkleinod, beobachtet und Besuchern "musikalisch" erklärt.
Ob Mönchs- und Gartengrasmücke, Gimpel, Goldhähnchen oder Fitislaubsänger - alle führten sie Zwiegespräche mit dem Meister der Vogelstimmenimitation und ließen sich bei "Verteidigung" ihrer Brutareale gut beobachten und bestimmen.
Trotz der Kühle des Maimorgens kam bei allen Teilnehmern wärmende Spannung auf.
Jörg Pape erklärte die besondere Aufgabenstellung von Finkens Garten, wo der NABU-Köln auch die neue NABU-Naturschutzstation einrichten möchte, und bat alle um tatkräftige Unterstützung dieses für die Stadt Köln bedeutenden Projektes.
Informationen erhalten Sie unter
www.nabu-koeln.de
Den Erhalt und die weitere naturnah-gärtnerische Entwicklung hat sich der NABU-Köln, der hier seit Jahren insbesondere bei der Gestaltung von Amphibienlebensräumen tätig ist, als besondere Aufgabe vorgenommen. Nach viel Applaus durch die begeisterten Vogelfreunde ein herzlicher Dank an den "Vogelflüsterer" Achim Kemper.
Der Wahner Heide-Tag am 1. Mai auf Gut Leidenhausen war, wie seit Jahren, für den NABU-Stadtverband Köln eine Zentralveranstaltung zur Präsentation der regionalen Naturschutzarbeit.
Traditionell stellte der Arbeitskreis Ornithologie den "Vogel des Jahres" vor. Die Dohle - einer unserer gesellig lebenden Rabenvögel - ist ein typischer, auf Lebensräume im Siedlungsbereich angewiesener Höhlenbrüter, der Nischen in alten Gemäuern benötigt,aber auch in Höhlen alter Bäume lebt.
Auch viele Kirchtürme zählen zum Lebensraum derr Dohle und verliehen ihr den Namen "Pastors Taube". Die Wahl zum Vogel des Jahres will auf diesen intelligenten, liebenswerten, aber bundesweit gefährdeten Vogel aufmerksam machen.
Mit einer vielbeachteten Medien-Präsentation weckte der Arbeitskreis Ornithologie großes Interesse für die Lebensweise und das Verhalten dieser kleinsten Vertreterin der Rabenvögel.
Der Arbeitskreis Botanik informierte - ebenfalls in guter Tradition - über die "Blume des Jahres" - die Heide-Nelke. Gerade die Wahner Heide ist ein Hauptverbreitungsgebiet dieser gefährdeten Pflanzenart.
Neben Hinweisen zu Verbreitung und Vergesellschaftung stellten NABU Köln und NABU Rhein-Sieg ihren "Heide-Nelken-Pfad" vor, der als Wandervorschlag in Kürze erscheinen wird.
Einige, unter "Gewächshausbedingungen" frühzeitig zur Blüte gebrachten, Heide-Nelken-Pflanzen konnten von den zahlreichen Besuchern am NABU-Stand bewundert werden.
Der NABU Köln und der NABU Rhein-Sieg führen zur Vollblüte der Heide-Nelke botanische Wanderungen durch, über die wir Sie auf unseren Internet-Seiten frühzeitig informieren.
Das Wetter war besser als vorhergesagt. Bei leichtem Sonnenschein setzten sich 25 interessierte Teilnehmer unter der Führung von Burkhard Fielitz in den alten Waldbestand des Nüssenberger Busches in Bewegung. Herr Fielitz hat zuerst die geographische sowie die geologische Lage des Exkursionsgebietes dargestellt und erklärte dann das aufsprießende Grün am Wegesrand und die Frühjahrsblüher im Wald.
Verschiedentlich gab es noch große Flächen blühender Buschwindröschen; dazwischen die gelben Blütensterne des Scharbockskrautes, die in diesem Frühjahr massenhaften Keimlinge der Buchen und nicht zuletzt den Aronstab mit seinem typischen, tütenartigen Hüllblatt um den braunen Blütenkolben.
Nach etwa zweieinhalb Stunden waren wir wieder am Ausgangspunkt. Der Himmel hatte sich zugezogen und es fielen ein paar Regentropfen. Es war ein interessanter und lehrreicher Nachmittag und dafür Herr Fielitz vielen Dank.
Ein strahlender Morgen nach sehr kalter Nacht führte eine interessierte Gruppe von Naturfreunden am Aggerstadion zusammen zur Wanderung in die großen alten Buchenwälder des Güldenbergs.
Herzlich begrüßen konnte Jörg Pape auch Erich Hauth, den Vorsitzenden der Kartierergruppe "Wahnerheide" der Gesellschaft Nordrhein-Westfälischer Ornithologen, der über die langjährigen Kartierarbeiten auch zu den Spechten in der Wahnerheide berichtete.
Nach Vorstellung aller Spechtarten vom Schwarzspecht bis zum Kleinspecht einschließlich ihrer Lebensraumansprüche ging es entlang des "Alten Wassers" Richtung Güldenberg.
An den Aggeraltarmen erfreuten uns zwei Paare der aus Asien stammenden Mandarinenten mit ihrer Farbenpracht. Sie können hier immer wieder beobachtet werden und sind möglicherweise auch bereits Brutvögel.
Steil hinauf zum Güldenberg bestaunten die Wanderer die massenhaften Buchensämlimge nach der reichen Buchenmast des Vorjahres, die nach den warmen Tagen bereits ausgekeimt waren. Noch sind sie stark gefährdet durch die Nachtfröste.
Die hatten leider auch die Aktivitäten der Schwarzspechte eingeschränkt - leider konnten wir nur ihre zahlreichen Bruthöhlen ausmachen, ohne den faszinierenden Großspecht zu sehen oder zu hören.
Dafür beeindruckten die uralten Buchenwälder rund um die alte keltische Fliehburg mit der überall beginnenden Zerfallsphase.
Hier meldete sich die Hohltaube, die verlassene Spechthöhlen bezieht, mit ihrem typisch eintönigem Ruf "-how -houw", der sich so deutlich von dem der Ringeltaube unterscheidet.
Auf dem Rückweg konnten wir noch das typische Quäken eines Mittelspechtes hören, der für die erste Unterschutzstellung der Wahnerheide 1931 eine ausschlaggebende Rolle spielte - schließlich konnten ihn auch einige Teilnehmer beobachten.
Erich Hauth konnte viele Fragen zur Vogelwelt der Wahnerheide beantworten, das lesenswerte Buch der Kartierergemeinschaft haben wir hier schon vorgestellt.
Die enge Lebensraumverzahnung der Auewälder im Tal mit den von hier aus steilen Anstiegen in die collinen Hainsimsenbuchenwälder sind immer wieder ein besonderes Erlebnis.
Die jährliche Mitgliederversammlung fand am 26. März traditionsgemäß im Tropenhaus des Kölner Zoos statt.
Der Vorsitzende Jörg Pape begrüßte eine leider nur geringe Zahl von Mitgliedern.
Neben dem Jahresbericht mit Schwerpunkten zu den Veranstaltungen des Jahres 2011, den Aktivitäten und Projekten erläuterte Jörg Pape die wichtige Neuigkeit zum Aufbau der NABU Naturschutzstation Leverkusen-Köln (bisher Rhein-Berg).
Durch erweiterte Mittel zur Förderung der Biostationen war es durch entsprechendes Engagement des NABU Köln möglich geworden, für den Bereich der Stadt Köln einen eigenen Mitarbeiter für die Station einzuwerben und als Vollzeitkraft einzustellen.
Walter Halfenberg stellte sich vor und erläuterte zusammen mit Jörg Pape und Klaus Simon das Arbeitsprogramm der Station.
Räumlich ist vorgesehen, die Außenstelle der Naturschutzstation Leverkusen-Köln in Finkens Garten unterzubringen; hier sind noch einige bauliche Maßnahmen zu treffen und Schwierigkeiten zu überwinden.
Im Anschluss berichteten die Arbeitskreise über ihre Naturschutzaktivitäten.
Vor der anstehenden Neuwahl erbat Jörg Pape dringend weitere Unterstützung des Vorstandes, da sonst die anstehenden Aufgaben gerade beim Aufbau der Naturschutzstation, die dem NABU einen völlig neuen Stellenwert in Köln geben kann, nicht zu erfüllen sind.
Die von Bernd Müller als Wahlleiter durchgeführte Neuwahl führte zur Wiederwahl von Jörg Pape als 1. Vorsitzenden, Wolfgang Schröder als 2. Vorsitzenden, Wofgang Raff als Schatzmeister und Yvonne Bouwman als Schriftführerin.
Der Vorstand bedankte sich für das Vertrauen, führte aber aus, dass die Vorstandsarbeit der neuen Wahlperiode nur bei höherer Mitgliederaktivität geleistet werden kann.
Hierzu ist unterstützend vorgesehen, einen Mitgliederbetreuer und "Aktivitätswerber" einzusetzen.
Die Zusammenarbeit der Arbeitskreise (AK) als das wichtigste Rückgrat des Vereins soll gefördert werden.
Albrecht Priebe wird sich um die Koordination bei den AKs Botanik und Ornithologie, Klaus Simon um die AKs Fledermausschutz und Amphibien und Jörg Pape um den AK Park- und Friedhofsbetreuung kümmern.
Wolfgang Kayser wird sich der Koordination und dem Aufbau der Jugendgrupen widmen.
Hierzu wird es erforderlich sein, operative Ziele zu erarbeiten.
Mit einem Dank an alle Aktiven und Mitglieder, besonders an Ute Schulz, die engagiert wie immer die Geschäftsstelle betreut, an Annerose Reuter, Susanne Roer und H. P. Vietzke schloss Jörg Pape die Mitgliederversammlung.
Bei herrlichem "Spätsommer"-Wetter starteten wir unseren Spaziergang durch den Geisterbusch. Gleich zu Beginn konnte auf einem kahlen Birkenwipfel ein Raubwürger - Wintergast aus dem Norden - beobachtet werden. Am Wegesrand begrüßten uns die immer noch im Freien weidenden Glan-Rinder und Esel, die in der Landschaftspflege der Grünlandflächen hier eingesetzt werden. Vom Wolfsweg aus ergaben sich weite Einblicke in die herbstlichen Heideflächen des Geisterbusches. Hier konnten wir uns über die erfolgreichen Pflegemaßnahmen der Flächen informieren. Der weitere Weg führte uns am Flughafen entlang zurück zum Ausgangspunkt.
Bei schönstem Herbstwetter mit strahlendem Sonnenschein machten sich ca 25 Naturfreunde auf den Weg vom Forsthaus Schauenberg um das Dorf Altenrath.
An den steil zur Sülz abfallenden Hängen des "Hähnen" erläuterte Bereichsleiter Florian Zieseniß vom Bundesforstbetrieb die Waldentwicklungsüberlegungen zum FFH-Lebensraumtyp "Hainsimsen-Buchenwälder".
An der Hörwiese ließen sich die Reste der alten Sülzaue im Schein der Herbstsonne bewundern.
Durch artenreiche Mischwälder mit beeindruckenden Vogelkirschen gings zum alten "Weierdorf", der ersten Siedlung des Dorfes Altenrath mit weitem Blick ins Bergische Land.
Durchs groß gewordene Dorf erreichte man die alte "Grube Versöhnung", in der im 18. und 19. Jahrhundert Eisenerze, Nickel und Kobald als wichtiger Grundstoff für die Töpferei in bis zu 50m triefen und 300m langen Schächten abgebaut wurde.
Zurück durch den Kirchsiefen wurde noch die kürzlich nach langen Regenfällen vom Stützbeton "entkernte" "tausendjährige" Eiche besucht, deren Erhalt sich schwierig gestalten wird.
Den verdienten Abschluss am "Schauenberg" bei Wildhackstaeks und Wildgrillwürstchen und einem dazu passenden Wein genossen alle Teilnehmer in der Nachmittagssonne im Garten mit dem festen Vorsatz:
Das müssen wir nächstes Jahr unbedingt wiederholen - und wir bringen alle unsere Freunde und Bekannten mit.
Darüber freute sich Vorsitzender Jörg Pape besonders und dankte Florian Zieseniß für die Einladung in den Garten des Forsthauses.
35 Teilnehmer erlebten einen faszinierenden Morgen mit Achim Kempers Jazz Quarto "La Goone", Naturfotograf Georg Blum aus Lohmar und von Jörg Pape vorgetragener Lyrik von Bergengrün, Rilke, Britting, Benn und Anette von Droste-Hülshoff im Haus des Waldes in Leidenhausen.
"Aber noch ist Natur uns verzaubert,
an hundert Stellen ist sie noch Ursprung.
Ein Spielen von reinen Kräften, die keiner berührt
der nicht kniet und bewundert.
Worte gehen noch leis am Unsäglichen aus...
Und die Musik, immer neu
baut im unbrauchbaren Raum
ihr vergöttlichtes Haus".
(Rainer Maria Rilke)
Stimmungsvolle Bilder des Jahresablaufes in der Natur, untermalt von Saxophon, Gitarre, Bass und Drums, begleitet von der Lyrik aus Romantik und Moderne begeisterten die Zuhörer, die den Interpreten anhaltenden Applaus spendeten.
Der NABU-Köln freut sich, mit dieser Matinée einen neuen Weg zu Naturerlebnissen geöffnet zu haben.
Schöner Erfolg dank Team-Arbeit!
So lässt sich das Ergebnis in Kürze zusammenfassen. Bereits im Vorfeld hatten uns die ortskundigen Fachleute Jörg Pape und Yvonne Baumann dabei geholfen, uns mit der Lage und den Besonderheiten des Waldbiotops rund um Gut Leidenhausen vertraut zu machen, so dass es anschließend ein Leichtes war, einen Parcours für diesen Tag zu entwerfen, der allen Besuchern ausgehändigt wurde.
Er enthielt neben einer eindeutigen Wegbeschreibung auch Hinweise auf die zu entdeckenden Naturschätze. Die Betreuer der Kindergruppe Bocklemünd hatten die eigene Kindergruppe mitgebracht, motivierende Informationsblätter und ein Quiz erstellt, so dass vor oder nach der Exkursion vor Ort das Thema vielfältig vertieft werden konnte.
Ein ganz besonderer Dank gebührt Frau Gertrud Bach-Korth, einer ausgewiesenen Baumkennerin, die uns in allen Zweifelsfragen hilfreich zur Seite stand und besondere Highlights entdeckte, wie z.B die beiden Amur-Korkbäume, die verschiedenen Nussbaumarten (Schwarznuss, Walnuss, Flügelnuss) oder die kuriosen Früchte des Magnolienbaums (siehe Bilder). Geradezu überreich hatten alle Baumarten gefruchtet, und die violetten Pfaffenhütchen boten prächtige Farbtupfer.
Insgesamt zählte die Gruppe 14 Personen, die zum Teil noch über die vorgesehene Zeit hinaus den Waldrand erforschten. Das wunderschöne Spätsommerwetter verwöhnte uns. Als einzige Einschränkung bleibt die Feststellung, dass wir gerne noch mehr Besucher gehabt hätten.
Zu einem fachlichen Informationsaustausch über die Pflege der Offenland-Biotope trafen sich Naturfreunde im Geisterbusch.
Die Vorsitzenden von NABU Köln und Rhein-Sieg, Jörg Pape und Dr. Wolfgang Kemmer waren erfreut, dass nach langer Zeit Professor Dr. Schumacher einmal wieder die Heide besuchte, um gemeinsam mit Dr. Abs von der DBU Naturerbe GmbH, dem Flughafen Köln/Bonn, dem Landschaftspflegeunternehmen Zens und dem wissenschaftlichem Begleiter der Kompensationsmaßnahmen des Flughafens, Dipl. Geograph Dirk Ferber den Erfolg und die Ergebnisse der Pflegemaßnahmen zu begutachten. Jörg Pape berichtete gemeinsam mit Prof. Schumacher über die ersten Pflegemaßnahmen zu Zeiten der belgischen Nutzung und leitete über zu den sich daraus entwickelnden Kompensationsmaßnahmen.
An Hand seiner langjährigen Begehungen der Beobachtungsflächen konnte Dirk Ferber mit beeindruckenden Bildern die Sicherung der Offenlandlebensräume und ihrer Flora und Fauna darstellen. Beweidung in großen Koppeln mit Glanrindern und Ziegen, aber auch dauerhafte Mahd mit schwerem Mähgerät haben zum Erfolg wesentlich beigetragen.
Sorgen bereitete allen das anhaltende Vordringen der Spätblühenden Traubenkirsche als invasiver Neophyt, die wegen des Blausäureglycosidgehalts ihrer Blätter von den Weidetieren nicht gefressen wird und ausschließlich mechanisch bekämpft werden muss, da ein Chemikalieneitrag nicht in Frage kommt. Diskutiert wurde neben dem Einsatz von Mulchgeräten auch die Erprobung von Bodenfräsen, um Wurzelbrut zu zerstören.
Bei allen Überlegungen ist zu berücksichtigen, dass es sich beim Kölner Teil des Geisterbusches um alte Waldstandorte handelt, auf denen bis 1958 alte Eichenwälder wuchsen, bevor sie in militärisches Offenland umgewandelt wurden.
Einig war man sich, dass ohne die Kompensationsverpflichtung des Flughafens der Erhalt großflächig zusammenhängender Offenlandbereiche kaum leistbar wäre.
Alle Teilnehmer waren von dem intensiven Erfahrungsaustausch sehr angetan und dankten dem NABU für seine Anregungen.
Dr. Wolfgang Kemmer und Jörg Pape, Vorsitzende von NABU Rhein-Sieg und Köln begrüßten in Leidenhausen eine Gruppe interessierter "Waldgänger" zur Diskussion der Waldentwicklungsziele auf den Flächen der Wahnerheide, die von der Naturerbe GmbH, einer Tochter der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) übernommen werden.
Da aus terminlichen Gründen die Vertreter der DBU nicht anwesend sein konnten - die Urlaubszeit hatte Spuren hinterlassen - war der fachinteressierte Kreis, gestärkt durch den zuständigen Bundesförster Dieter Neumann und begleitet vom Nachbarkollegen aus dem Königsforst, Joachim Cohnen, überschaubar.
Um so angeregter war die Diskussion über die vorgestellten Waldbilder. Bei den FFH-Waldlebensräumen der bachbegleitenden Hainbuchen-Stieleichenwälder konnten die Ziele des Prozessschutzes - Überlassen der natürlichen Entwicklung - nachvollzogen werden, auch wenn in Teilbereichen Steuerungsmaßnahmen zum Erhalt des guten Entwicklungszustandes nötig werden können.
Viel kritischer wurde die Situation der in der Wahnerheide flächenstark vorhandenen Jungbestände aus Buchen-Eichenmischungen, die alle aus Pflanzung unter und nach Kiefer oder Fichte entstanden sind, beurteilt. Hier würde die in den Grobzielen vorgesehene Aufgabe der Steuerung zu einem raschen und vollständigen Verlust der Eiche führen.
Auch die über 125 Jahre alten Kiefernwälder entlang des Kalkweges,in denen noch gewisse Nutzungen - Absenkung des sog. Bestockungsgrades - vorgesehen sind, bedürfen nicht nur einer sinnvollen Nutzung starker Altbäume sondern auch einer Entwicklungssteuerung des reichen Zwischen- und Unterstandes aus heimischen Laubbaumarten. Wie weit die Kiefer sich unter den dann einstellenden Bestandesverhältnissen noch natürlich verjüngen kann, bleibt abzuwarten.
Die größte Herausforderung zur Waldentwicklung werden aber die durch mehrfache Windwürfe gestörten mittelalten Kiefernbestände sein, in denen sich die Spätblühende Traubenkirsche invasiv ausbreitet! Hier wird man sicherstellen müssen, dass zumindest auf Teilflächen Buchen und Eichen aus Pflanzung in die nächste Waldgeneration "gerettet" werden.
Ähnlich schwierig stellt sich die Situation in den sommerwarmen Maiglöckchen Traubeneichen-Buchenwäldern dar, die Entwicklungspflege benötigen.
Die Exkursionsteilnehmer waren sich einig, dass dem Erhalt der gerade für die Wahnerheide entscheidenden Biodiversität höchste Priorität beigemessen werden muss.
Zu einer Flughafen-Exkursion ganz anderer Art trafen wir uns am Samstag vormittag. Diesmal standen nicht die blühende Besenheide, das Schwarzkehlchen oder der Neuntöter im Fokus, sondern die Technik - hauptsächlich die der Flughafenfeuerwehr.
Herr Mertens vom Flughafen Köln-Bonn hatte die Aufgabe übernommen, uns zu führen. Am Anfang nach dem üblichen Eincheckmanöver war das Thema noch sehr naturbezogen. Es ging um spezielle Bewohner des Flughafengeländes - die Kaninchen. Durch ihre unterirdischen Bauten gefährden sie den Flughafenbetrieb. Der Bestand muss laufend reduziert werden, und die Jagd geschieht mit Frettchen. Drei zahme Frettchen wurden uns von einem Betreuer des Gartenbaubetriebs des Flughafens vorgeführt.
Auf dem Weg zur Flughafenfeuerwehr führte der Weg an den großen Hallen des Paketversandzentrums der Firmen UPS und FedEx vorbei. Hier können in einer Stunde 110.000 Sendungen sortiert werden. Das geschieht in der Zeit von 23.00 Uhr bis ca. 03.00 Uhr in den Morgenstunden. Herr Mertens erwähnte, dass eine Führung in den Nachtstunden sehr interessant sei.
Dann kamen wir bei der Feuerwehr an. 8 Kinder der 24 Teilnehmer unserer NABU Exkursion waren schon gespannt, in die Feuerwache zu kommen. Nicht nur die Kinder hatten Fragen an den sehr engagierten Mitarbeiter der Feuerwehr, sondern auch die Erwachsenen.
Das Erstaunen war groß bei der Vorführung des 20-Tonner "Schnellangriffsfahrzeug Florian 5", der als Vorhut bei einer Alarmierung innerhalb von nur 180 Sekunden im Alarmfall jeden Punkt des Start- und Landebahnsystems erreichen muss. Dessen Besatzung muss im Alarmfall innerhalb von 10 Sekunden die Wache verlassen haben. Der Höhepunkt für die Kinder war, dass sie bei der Vorführung mitfahren durften. Ich hatte den Eindruck, einige Erwachsene waren schon etwas neidisch, nicht mitfahren zu können.
Zum Abschluss besuchten wir noch die hochmoderne Einsatzzentrale der Flughafenfeuerwache. Jährlich werden von hier drei- bis viertausend Einsätze koordiniert. Trotz der nicht so lange vorgesehenen Führung, ist die Zeit wie im Flug vergangen und einige Fragen mussten unbeantwortet bleiben. Der NABU würde sich freuen, wiederkommen zu dürfen und dankt Herrn Mertens für seine fachkompetente Führung. Auf der Rückfahrt durch verschiedene 62iger Biotope am Flughafenzaun vorbei schien zum Abschied auch wieder die Sonne.
Ein "Highlight" unserer naturschutzfachlichen Exkursionen erlebte eine 15 köpfige Gruppe von NABU-Aktiven aus Köln und dem Rhein-Sieg-Kreis auf dem belgischen Truppenübungsplatz Elsenborn am Hohen Venn.
Forstmeister René Dahmen, der Platzkommandant und Revierförster Mollers begrüßten uns im Casino des Camps.
Von hier aus ging es ins Gelände, in dem wir uns infolge der derzeitigen Schießpause relativ frei bewegen konnten.
René Dahmen erläuterte die Naturschutzarbeiten auf den fast 2000 Hektar zusammenhängendem Offenlandflächen über mechanische und feuertechnische Maßnahmen. In einem räumlich und zeitlich festgelegten Rhythmus erhält das äußerst kostengünstige Abbrennen - in Verbindung mit spontanen Feuern durch den Schießbetrieb - die offene Landschaft. Zusätzliche Entbuschungsmaßnahmen und mechanisches Abplaggen mit Entnahme der Rohhumusschicht bilden die Grundlage für immer wieder neue, junge Heideflächen mit Massenbeständen von Arnika, Englischem Ginster und Preiselbeere. Birkenaufwuchs und Ginster werden bei den Bränden, die bei entsprechender Wetterlage Ende März / Anfang April entfacht werden, fast vollständig entfernt. So hat sich auf den so bearbeiteten Flächen eine geradezu unglaubliche Zahl von 130 Braunkehlchenrevieren entwickelt. Zum Vergleich: In der Wahnerheide gab es vor drei Jahren den e i n z i g e n Brutnachweis im Rheinland.
Nach dem gemeinsamen Mittagessen im Casino ging es über die offenen Bärwurzwiesen, deren Duft auch nach der Blüte faszinierte, mit ihren noch erkennbaren alten Flüxgräben zur Bewässerung in die Feuchtheiden der Tallagen.
Nach wie vor werden die kraut- und blühreichen Bärwurzwiesen landwirtschaftlich genutzt.
Erstaunliches konnte René Dahmen von der Bekämpfung der auch hier vordringenden Spätblühenden Traubenkirsche berichten: Das Tieffräsen mit schwerem Fräsgerät bis zu 10cm Tiefe scheint - derzeit sichtbaren - Erfolg zu bringen.
Alles in allem waren die Teilnehmer sehr beeindruckt von der Lebensraumvielfalt und den erstaunlichen Ergebnissen des Flächenmanagements, das zwischen belgischer Forstverwaltung und militärischem Nutzer abgestimmt und dann umgesetzt wird. Selbst das floristische und faunistische Monitoring wird durch die Forstverwaltung geleistet.
So bedankte sich NABU-Köln-Vorsitzender Jörg Pape zum Abschied auch herzlich für die vielen Anregungen, die alle mit nach Hause nehmen konnten.
Bei einsetzendem Sonnenschein begrüßte Herr Pape, Vorsitzender des NABU Köln, am Sonntagmorgen 10 Teilnehmer zu einem harmonischen Spaziergang durch den feuchten Lebensraum der Moorlilie - der Blume des Jahres 2011.
Dass die Loki-Schmidt-Stiftung mit dieser Wahl auf die bundesweit bedrohte Pflanzenart sowie ihren ebenfalls bedrohten Lebensraum (das Moor) aufmerksam machen will, erfuhr man ebenso sowie einige Angaben zu Standort und Habitus der Moorlilie gleich zu Anfang von einem gut gelungenen Informationsblatt.
An der ehemaligen Panzerwaschanlage hielt man außerdem Ausschau nach dem Südlichen Wasserschlauch. Am Weg zu den Sandmagerrasen mit Heidenelken und großflächigem Vorkommen von Sandthymian ließen sich am Wegesrand einige Exemplare der Stendelwurz entdecken.
In der Feuchtheide angekommen, beobachtete die Gruppe unter anderem Turmkraut, Glockenheide, Waldläusekraut, Weißes Schnabelried, Königsfarn, Sonnentauarten und Sumpfkresse - natürlich zeigten sich hier dann auch großflächig Moorlilien. Größtenteils leider schon verblüht, strahlten einige Exemplare doch noch besonders golden.
Ein kurzer Informationsvortrag wies an dieser Stelle darauf hin, dass Moore durch großflächige Entwässerungsmaßnahmen heutzutage sehr gefährdet sind und mit ihnen natürlich auch zahlreiche Pflanzen- und Tierarten zu verschwinden drohen.
Nach gut 2 Stunden beendete die Gruppe den Sonntagsausflug in das Herfeldmoor mit dem gefestigten Bewusstsein, dass der Lebensraum Moor unbedingt geschützt und erhalten werden muss. Vielleicht gibt die Moorlilie die nötigen Denkanstöße.
Bildquelle und Text: NABU-Reporterin Stefanie Hauschildt
In der wunderschönen Zündorfer Rheinaue trafen sich am Samstag Nachmittag gut 15 Teilnehmer zu einer botanisch-ökologischen Führung entlang des Rheinufers. Unter der Leitung des Garten- und Landschaftsarchitekten Herrn Fielitz startete die Gruppe am Stillwasserufer der Rheinaue. Dieses weist, durch die ausbleibende Wasserströmung und den starken Nährstoffeintrag, grundsätzlich andere Pflanzenarten auf als das Fließwasserufer des Rheins.
Auf dem Weg zum Silberweiden-Auenwald ließen sich auf eher trockenen Böden beispielsweise der Gewöhnliche Blutweiderich, die Sumpf-Schwertlilie, der Milde Mauerpfeffer, der Echte Steinklee sowie die Robinie und die italienische Erle aus nächster Nähe bewundern.
Vorbei am kleinen Zündorfer Hafen ging es anschließend am Rheinufer entlang durch das feuchtere Gebiet des Auenwaldes. Typischerweise zeigten sich hier verschiedenen Strauch- und Baumweidenarten, die Kratzbeere, die Große Brennnessel sowie das Rohrglanzgrasröhricht und die Gemeine Sumpfkresse.
Die Begeisterung der Teilnehmer schlug sich dabei in selbstständigem Suchen und dem Bestimmen verschiedener Pflanzenarten nieder, und so war es nicht verwunderlich, dass sogar die Schwanenblume als "Rote-Liste-Art" gefunden, bestimmt und bestaunt werden konnte.
Vorbei an einigen Kratzdistelsträuchern - über denen passenderweise der Gesang der Distelfinken zu vernehmen war - gelangte die Gruppe allmählich an den Ausgangspunkt zurück. Um das Bild der Zündorfer Rheinaue abzurunden, stellte Herr Fielitz abschließend noch einige Steinarten vor, die als Geröll entlang des Rheinufers zu finden sind. Nach gut 3 Stunden informativer und interessanter Besichtigung trat die Truppe dann bei einsetzendem Regen langsam den Heimweg an.
Bei der traditionellen Wanderung des NABU mit den Landschaftswächtern der Wahnerheide konnten Jörg Pape, Vorsitzender des NABU Köln und Dr. Wolfgang Kemmer, Vorsitzender des NABU Rhein-Sieg Landschaftswächter aus allen Gebietskörperschaften sowie Vertreter von Bundesforst und Landschaftsbehörden begrüßen.
Die Wanderung um die alte Altenrather Tongrube diente dem Erfahrungsaustausch der Landschaftswächter untereinander und gegenüber dem amtlichen und ehrenamtlichen Naturschutz.
Einhellige Meinung: Diese vom NABU initiierte Veranstaltung unterstützt die wichtige Arbeit der Landschaftswacht und vermittelt Gedanken zum wichtigen Miteinander aller für die Wahnerheide engagierten Naturfreunde.
Beruhigend war auch die deutliche Aussage aller ehrenamtlicher Mitarbeiter: Die Heide ist nicht von Hunderttausenden überlaufen und das Verständnis für Belange des Naturschutzes wächst!
Für Ihre dennoch schwierigen Aufgaben wünscht der NABU den Landschaftswächtern viel Glück, verbunden mit dem Dank für das herausragende Engagement.
Das war nun wahrlich kein Tag für Schmetterlingsbeobachtungen - kühl und windig präsentierte sich das Wetter.
NABU Köln Vorsitzender Jörg Pape begrüßte eine kleine Gruppe interessierter Naturfreunde in Gut Leidenhausen und als Experten Klaus Hanisch, der zunächst an Hand von Präparaten die Schmetterlingsfauna de Wahnerheide erläuterte - sicher ist sicher!
Leider wurden die Befürchtungen dann wahr: Bis auf wenige "Schornsteinfeger" und einige Dickkopffalter blieb es auch an ausgesuchten Orten still.
Immerhin fand ein wachsames Auge die Raupe einer Mönchseule als seltene Besonderheit.
So musste ersatzweise ein wenig botanisiert und die Bedeutung der in Bau befindlichen Grünbrücke am alten belgischen Anschlussgleis erläutert werden.
Klaus Hanisch konnte auch ohne Anschauung der Hauptdarsteller die Lebensräume lebendig erklären.
Durch die bachbegleitenden Stieleichen-Hainbuchenwälder ging es dann zurück über die Obstwiese nach Leidenhausen.
Rundum das Gut Leidenhausen gab Peter Gauger vom Bienenzuchtverein, der auch Mitglied im Portal ist, für Familien mit Kindern einen Einblick in die Arbeit der Imker.
Königinnen, Arbeiterinnen und Drohnen - die Kinder waren begeistert vom Leben im Bienenstock - besonders natürlich, da niemand gestochen wurde.
Als Belohnung für das begeisterte Mitmachen gab es nach dem Schleudern ein kleines Glas Honig überreicht - auch wenn die Finger vom Probieren noch klebrig waren.
Kinder und Eltern hatten viel Spaß bei diesem kleinen Rundgang.
Bildquelle und Text: NABU-Reporterin Stefanie Hauschildt
Bei durchwachsenem Wetter trafen sich am Samstag gut 30 Interessierte zu einer Flughafenführung der besonderen Art. Unter der Leitung von Dirk Ferber und Achim Hopp hatten die Teilnehmer die seltene Gelegenheit, die artenreiche Heidelandschaft rund um den Flughafen zu entdecken.
Nach dem Sicherheits-Check ging es mit dem flughafeneigenen Bus einmal um das gesamte - ca. 1000 Hektar große - Flughafengelände. Auf 50% dieser Fläche erstrecken sich Feucht- bis Trockengebiete und sogar Moore, die sich die Gruppe bei einigen Zwischenstopps ganz genau anschauen durfte.
Den Teilnehmern bot sich eine Artenvielfalt, wie sie wohl kaum jemand erwarten würde, wenn er beim Start in den Urlaub in Köln/Bonn abhebt. Die Teilnehmer waren beeindruckt vom rotblättrigen Sonnentau und dem gefleckten Knabenkraut, als eine der Orchideenarten, die im zeitweise durchbrechenden Sonnenschein glitzerten. Im Heidemoor begeisterten hingegen vor allem der Gagelstrauch und natürlich die Moorlilie als "Blume des Jahres 2011".
Durch die anhaltenden, starken Windböen war es an diesem Morgen leider schwer, Schwarzkelchen, Feldlerche oder Wiesenpieper an ihrem Gesang zu identifizieren, dafür konnte man jedoch das Zirpen der Feldgrille deutlich zuordnen. Feldgrillenbestände wie sie in der Heidelandschaft am Flughafen vorkommen sind in den letzen Jahren sehr selten geworden. Auch die anderen erwähnten "Rote Liste Arten" finden anderswo kaum noch einen Lebensraum.
Das Flughafengelände, so funktional und betoniert es auf den ersten Blick auch erscheinen mag, ist - nicht zuletzt dank jahrzehntelanger Landschaftspflege - ein Gebiet, das vielen bedrohten Arten perfekte Lebensbedingungen bietet und so zur biologischen Vielfalt im Rheinland entscheidend beiträgt.
Bildquelle und Text: NABU-Reporterin Stefanie Hauschildt
Eine gemischte Truppe von gut 30 Teilnehmern traf sich vergangenen Mittwoch zu einer abendlichen Führung durch den Botanischen Garten Köln.
Das Hauptaugenmerk lag an diesem Abend auf der großen Sommer-Ausstellung zum hoch aktuellen Thema Bionik, die es derzeit in 35 Botanischen Gärten zu entdecken gilt. Wissenschaftler entschlüsseln Mechanismen aus der Pflanzenwelt, nehmen diese ganz genau unter die Lupe und wenden sie dann in der Technik an.
Aber wie genau lernt man von der Natur und funktioniert es ohne Hindernisse? Dr. Stephan Anhalt (Gartenleitung) gab anhand zahlreicher Beispiele und auf äußerst unterhaltsame Weise Aufschluss zu diesem Thema.
Er berichtete den Teilnehmern unter anderem von der Lotuspflanze, deren charakteristische Wachshöcker auf der Blattoberseite dafür sorgen, dass Wasser und in ihm gelöste Schmutzpartikel einfach abperlen. Der auf diesem Phänomen begründete Lotus-Effekt (die Selbstreinigungsfähigkeit von Oberflächen und die wasserabweisende Eigenschaft) findet seine technische Anwendung beispielsweise bei Fassadenfarben oder Gläsern.
Ein weiteres interessantes Beispiel stellt die Mohnkapsel des zurzeit noch blühenden Mohns dar. Die besondere Bauweise der Kapsel ermöglicht es der Pflanze, bei Wind ihre Samen großflächig zu verbreiten und war deshalb Vorbild für den Samenstreuer zur Bepflanzung von Feldern. Herr Dr. Anhalt erzählte des Weiteren von Klebkraut und der Echten Klette, welche als Vorbild für den Klettverschluss dienten sowie von Sukkulenten, deren Leichtbauweise heute beispielsweise in der Automobilindustrie genutzt wird.
Neben all den Beispielen, in denen Bionik nach dem bottom-up oder top-down Prinzip bis heute gut funktioniert hat, sprach Herr Dr. Anhalt auch an, dass gewisse Mechanismen, wie z.B. die Flugweise einer Fliege nicht immer ohne Weiteres in die Technik zu übertragen sind. Physikalische Gesetzmäßigkeiten oder Größenverhältnisse müssen stets mit berücksichtigt werden.
Weitere besondere Highlights waren an diesem Abend die Paradiesvogelblume, deren Bedeutung zukünftig in bionisch inspirierter Fassadenverschattung bestehen könnte. Auch ohne Gelenke ist sie nämlich sehr elastisch und übersteht Verformungen ohne "Material"ermüdung. Zum Abschluss bestaunten wir die "Königin der Nacht". Ihre große, weiß bis gelb schimmernde Blüte vergeht nach nur einer Nacht, und deshalb war es ein besonderer Glücksfall, dass sich den Teilnehmern eine Blüte in ihrer ganzen Pracht zeigte.
Neben einigen Angaben zu der Flora Köln verwies Dr. Stephan Anhalt auch auf die anderen 1800 Botanischen Gärten weltweit und erklärte, dass die in den Gärten vorherrschende Biodiversität zu Forschungszwecken besonders wichtig sei.
Nach gut zwei Stunden ging ein kurzweiliger und sehr lehrreicher Mittwochabend zu Ende.
Eine interessierte Gruppe von 30 Naturfreunden konnten Dr. Wolfgang Kemmer und Jörg Pape, Vorsitzende der NABU-Verbände Rhein-Sieg und Köln, am Altenrather Sportplatz zum Pfingsspaziergang zur Orchideenblüte begrüßen.
Über den "Altenrather Sand", wo allenthalben das Pink der Heidenelke aus den Sandmagerrasen herausleuchtete, ging es zur alten Tongrube mit ihren wieder neu freigestellten Feuchtheiden. Nach dem extrem trockenen Frühjahr blühten die weißen Waldhyazinthen und die blaßroten und lilaweißen Knabenkräuter weit weniger als bei der Vorjahreswanderung. Dafür fanden sich bereits neben den lila Glöckchen der Glockenheide die ersten Blüten der Besenheide.
Der Regen der letzten Tage hat immerhin Wasser in die neu angelegten Kleingewässer für vielleicht noch vorhandene Einzelexemplare der Gelbbauchunke gebracht. In den aus Militärnutzungszeiten noch vorhandenen alten Panzerspuren tummelten sich dafür winzige Kaulquappen der Kreuzkröte.
Deutlich wurde den Wanderern, dass mit der geschaffenen Biotopvernetzung zum Flughafen die intensive Pflege hier einen der strukturreichsten Landschaftsräume der Wahnerheide etwickeln konnte. Groß war deshalb auch die Freude, als die Orchideenfachleute Brigitte und Axel Juncker direkt am Wegesrand eine Stendelwurz entdecken konnten.
Eine interessierte Gruppe von 30 Naturfreunden traf sich am ersten Junisamstag zur Wanderung in den Königsforst am Forsthaus Rath. NABU Köln-Vorsitzender Jörg Pape begrüßte besonders herzlich den Wanderführer Dr. Detlev Arens, mit dem der NABU Köln jährlich eine ausgewählte Führung unternimmt.
Der Königsforst als großflächiges Waldnaturschutzgebiet bot sich nicht nur im Internationalen Jahr des Waldes als Ort der Wanderung besonders an, sondern auch deshalb, weil Detlev Arens kürzlich ein hochinteressantes Buch zum deutschen Wald (näheres siehe unter dem Link Buchvorstellung) herausgebracht hat.
Die spannende Historie des Königsforstes - das einzige deutsche Waldgebiet, das diesen Namen trägt - vom fürstbischöflichen Bannwald zum FFH- und Vogelschutzgebiet konnte an vielen Waldbildern erläutert werden.
Auch das Spannungsfeld von großstadtnaher Erholungslandschaft zu naturnahen Wäldern mit ihren besonderen Tieren und Pflanzen wurde spannend vermittelt und lebhaft diskutiert.
Trotz der hohen Temperaturen an diesem Tag war man sich einig: Waldgeschichte und -entwicklung unter Berücksichtigung der jeweiligen gesellschaftlichen Zielsetzungen zu erleben, ermüdet des Wanderers Schritte nicht.
Einen spannenden und erlebnisreichen Ausflug in die Drover Heide unternahm eine kleine Gruppe NABU-Aktiver am Mittwochabend bei hervorragendem Frühsommerwetter in die Drover Heide.
Der Vorsitzende des NABU-Köln, Jörg Pape, bedankte sich bei Frau Düssel-Siebert, Leiterin der Biostation Düren, für die Übernahme der lehrreichen Führung.
Die Drover Heide - wie die Wahnerheide ehemaliges Militär-Übungsgelände - ist mit ihren knapp 700 ha eines der bedeutendsten linksrheinischen Heide- und Offenlandgebiete und den Lehmheiden zuzurechnen. Intensive Panzerübungen haben bedeutende zusammenhängende Heideflächen erhalten.
In ständigem Sichtkontakt mit Schwarzkehlchen und Neuntötern, begleitet vom Ruf des Pirols und zahlreicher Kukuck-Rufe (insgesamt zählten wir 33 Vogelarten), erläuterte Frau Düssel-Siebert die Lebensräume von Flora und Fauna.
Pillenfarn und Urkrebse in den ehemaligen Panzerübungsflächen, Laubfrosch und alle 4 Molcharten zeigen den wertvollen Ausnahmezustand des Gebietes.
Die Pflege über gezieltes Feuermanagement zur Verjüngung der Heide und zum Zurückdrängen des Birkenaufwuchses führt zusammen mit Koppelbeweidung durch Highlandrinder zu erstaunlich positiven Ergebnissen.
Eine zurückhaltende Naherholungslenkung - große zentrale Bereiche der Heide dürfen insbesondere wegen der einzigartigen Ziegenmelkerpopulation nicht betreten werden - trägt zum hervorragenden Erhaltungszustand bei.
Die Zahl der Ziegenmelker-Brutpaare ist ständig angestiegen und landesweit anderenorts in dieser Dichte nicht mehr anzutreffen. So war es kein Wunder, dass beim spätabendlichen Zurückwandern das allgegenwärtige Schnurren der "Nachtschwalbe" alle Teilnehmer begeisterte...
Dank freundlicher Genehmigung können wir Ihnen hier auch den Flyer zu den Wanderwegen in der "Drover Heide" zur Verfügung stellen.
Radtour in den Königsforst.
Im Internationalen Jahr des Waldes unternahmen Nabu Köln und Rhein-Sieg eine Radwanderung in die Wälder des Königsforstes, unterstützt durch den Landesbetrieb Wald und Holz.
Im neuen Portal Steinhaus wurden die Teilnehmer durch den Portalprojektleiter Forstdirektor Jörg Fillmann begrüßt, der Stand und Ziele des Projektes erläuterte und die weitgehend fertiggestellten Räumlichkeiten vorstellte.
Anschließend erläuterte Forstdirektor Stefan Schütte, Staatswalddezernent im Regionalforstamt Rhein-Sieg Erft, die Waldgeschichte des Königsforstes. Gemeinsam mit dem Revierleiter Jürgen Greißner ging es auf eine abwechslungsreiche Tour zu Bildern der naturnahen Waldwirtschaft. Das Portal widmet sich dem Thema "Ressource": Den Bächen und Gewässern des Königsforstes, der Erholungsnutzung mit allen Problemen im Ballungsraum und Naturdenkmälern und Naturwaldzellen.
In der großen Runde "spürten" die Teilnehmer den Übergang von der Mittelterasse des Rheins ins Bergische nur allzu deutlich.
Am Sonntag wird die Radwanderung fortgesetzt (um 09:00 Uhr in Gut Leidenhausen) zu den Waldgesellschaften der Wahnerheide mit beeindruckenden Eichen- und Buchenaltwäldern, Feucht-und Bruchwäldern und Gedanken zur Nutzungsaufgabe zur Schaffung von "Wildnisgebieten".
14 Vogelfreunde trafen sich am frühen Morgen bei herrlichem Wetter zur Vogelstimmenführung im Herfeld. Die fachkundige Führung übernahm Erich Hauth von der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Köln u. Wahner Heide.
Auf dem Weg konnten 32 Vogelarten beobachtet oder ihrem Gesang nach bestimmt werden. Höhepunkte waren neben Schwarzkehlchen und Wiesenpiepern ein gut zu beobachtender Feldschwirl, mehrere Turteltauben und der weithin hörbare Ruf der Wasserralle.
Leider war der Neuntöter, eine Charakterart des Herfelds, noch nicht in sein Brutrevier zurückgekehrt.
Frühsommerhaftes Wetter und eine große Besucherzahl ließen das Maifest des NABU Köln auf Gut Leidenhausen zu einem vollen Erfolg werden.
Neben zahlreichen Gesprächen in lockerer Athmosphäre informierten die Arbeitskreise (AK) des NABU Köln die Besucher.
Der Arbeitskreis Ornithologie vermittelte Hintergrundwissen zum Gartenrotschwanz (Vogel des Jahres). Dabei erfuhren die Besucher im Rahmen eines Vortrages alles über unseren "schönsten" Brutvogel und seine gefährdeten Lebensräume. Der AK Botanik stellte die Moorlilie (Blume des Jahres) und ihren Lebensraum vor, der AK Park- und Friedhofsbetreuung seine Arbeit im Zuge der Parkgestaltung und des Nistkästen- sowie des Fledermaus-Projektes. Der Bericht des Arbeitskreises "Tor zur Wahner Heide" zur Einrichtung einer Grünbrücke über die Autobahn A3 rundete die Präsentation des Arbeitspektrums des Stadtverbandes ab.
Als kleinen Höhepunkt konnte der AK "Tor zur Wahnerheide" die zusammen mit dem NABU Rhein-Sieg erarbeitete (und durch den Interkommunalen Arbeitskreis Wahnerheide geförderte) Wanderkarte den Besuchern präsentieren.
Am Tagesende stärkten sich die Teilnehmer mit Wildspezialitäten des Bundesforstes und einem Glas Kölsch.
Zu dem österlichen Spaziergang fand sich bei herrlichem Wetter eine erfreulich große Gruppe zusammen. Im Gelände begrüßten uns dann die ersten Grillen.
Beim Weg durch das Gelände des Camp Altenrath wurden die Pläne zum Abriss der Kasernengebäude und der Zukunft der Panzerwaschanlage erläutert und diskutiert. Bereits auf dem Weg ins Herfeld konnten wir die ersten Schwarzkehlchen sowie Baumpieper, Wiesenpieper, Mönchsgrasmücke, Gartengrasmücke und Dorngrasmücke beobachten.
Im Herfeld war dann das in großflächigen Beständen rosa blühende Waldläusekraut zu bewundern. Am Wegesrand blühte der Englische Ginster goldgelb. Ebenfalls fanden die ersten Exemplare des Rundblättrigen Sonnentaus großes Interesse. Auf dem Rückweg wurden die Maßnahmen des Flughafens zur Sicherstellung der Flugsicherheit an der Querwindbahn in Verbindung mit dem Naturschutz, insbesondere dem Vogelschutz, dargestellt.